Der im August 2026 geschlossene US-Vergleich verpflichtet Meta, die Anwendung bestimmter Beauty-Filter durch Jugendliche auf Instagram und Facebook zu unterbinden. Am 25. Oktober berichtete NPR, die beteiligten Bundesstaaten stünden kurz vor dem Ende ihrer Frist für Beispiele zu erfassten und ausgenommenen Effekten. Die Zweimonatsfrist beginnt laut Vereinbarung mit dem Gerichtseintrag.
Welche Beauty-Filter die Vereinbarung erfasst
Erfasst sind digitale Filter und Augmented-Reality-Effekte (AR), die ein Gesicht so verzerren, modellieren, neu definieren oder idealisieren, dass das Ergebnis ohne kosmetischen Eingriff oder extremes Make-up nicht erreichbar wäre. Meta muss Nutzer daran hindern, solche Effekte auf ihren Inhalten anzuwenden.
Als Jugendliche gelten in der Vereinbarung Nutzer, deren angegebenes oder prognostiziertes Alter zwischen 13 und 17 Jahren liegt. Die Definition der erfassten Dienste umfasst bestehende und künftige App- und Webversionen von Instagram und Facebook. Für bestimmte Bereiche, darunter Direktnachrichten, gelten Ausnahmen.
Welche Effekte ausgenommen sind
Der Vergleich nimmt mehrere Kategorien ausdrücklich aus. Dazu zählen Verwandlungen in Fantasiefiguren, andere Figuren oder Tiere. Ebenfalls ausgenommen sind Glättungen und Veränderungen, die mit normalem Make-up erreichbar wären, sofern sie weder die grundlegende Gesichtsstruktur verändern noch den Hautton wesentlich beeinflussen. Parodien, Satire und überzeichnete Effekte fallen ebenfalls nicht darunter, wenn sie über übliche kosmetische Eingriffe hinausgehen.
Damit richtet sich die Regel gegen eine eng umrissene Gruppe von Effekten, nicht gegen Filter jeder Art. Die Vereinbarung verpflichtet die beteiligten Bundesstaaten, Meta Beispiele für erfasste und ausgenommene AR-Effekte zu übermitteln.
Für wen die US-Vereinbarung gilt
An dem Vergleich beteiligten sich laut NPR 47 US-Bundesstaaten, Washington, D.C., und drei US-Territorien. Die Vereinbarung erklärt, dass sie weder einen Standard noch einen Präzedenzfall für nicht beteiligte Bundesstaaten oder internationale Rechtsordnungen schafft. Sie enthält außerdem kein Eingeständnis von Haftung oder Fehlverhalten und begründet für Außenstehende kein eigenes Klagerecht.
Die Regel betrifft das Anwenden der erfassten Effekte innerhalb der vereinbarten Meta-Dienste. NPR berichtete, dass Jugendliche weiterhin Medien veröffentlichen können, die mit Filtern außerhalb dieser Dienste bearbeitet wurden.
Wann die Frist für Beispiele beginnt
Die Vereinbarung setzt die Frist für die Beispiele auf zwei Monate nach dem sogenannten Effective Date. Dieses Datum ist der erste Werktag nach dem Eintrag des Vergleichsurteils durch das Gericht. Am 25. Oktober 2026 berichtete NPR, die Bundesstaaten näherten sich dem Ende ihres Zeitfensters; der Bericht sagte nicht, dass sie ihren Brief bereits abgeschickt hätten.
NPR zufolge plante Meta, die Einschränkung bis Anfang 2027 durchzusetzen. Das ist der in dem Bericht wiedergegebene Zeitplan des Unternehmens.
Was der EU-KIDS-Act-Vorschlag enthält
Der am 17. September 2026 datierte Vorschlag der Europäischen Kommission zum EU KIDS Act ist kein geltendes Recht. Sein Text enthält allgemeine Vorgaben zu Sicherheit durch Gestaltung und Altersprüfung, aber kein ausdrückliches Verbot von Beauty-Filtern. Ein Sprecher der Europäischen Kommission beschrieb den geplanten Ansatz laut NPR hingegen als Verbot von Beauty-Filtern für Minderjährige.