CrowdStrike berichtete von vier zuvor nicht öffentlich beschriebenen Gruppen, die KI-Agenten für erfolgreiche Cyberangriffe einsetzten und Schutzmechanismen umgingen. WIRED veröffentlichte die Einzelheiten am 21. Oktober 2026; CrowdStrike ordnete die Aktivitäten dem Zeitraum von Mai bis August zu.

KI-Agenten sind Programme, die Aufgaben in mehreren Schritten ausführen können. In den beschriebenen Kampagnen dienten sie dazu, Angriffe zu skalieren. Adam Meyers, bei CrowdStrike für die Arbeit gegen Angreifer zuständig, sagte, Menschen hätten zunächst einen Teil der Erkundung übernommen und dann KI für weitere Hacking-Aktivitäten eingesetzt.

Wie die Gruppen Schutzmechanismen umgingen

Die Akteure stellten schädliche Aktivitäten laut dem Bericht als autorisierte Sicherheitstests dar, legten Dateien in Arbeitsverzeichnissen der Agenten ab oder nutzten sogenannte Jailbreaks, also Eingaben, die Schutzvorkehrungen aushebeln sollen. Die Methoden unterschieden sich je nach Gruppe.

Der spanisch- und englischsprachige Akteur setzte einen eigens entwickelten Penetrationstest-Ablauf ein: Ein „Supervisor“-Agent auf Basis von Claude Code sollte Angriffsschritte anleiten, ein „Executor“-Agent sie ausführen. Der chinesischsprachige Akteur nutzte Werkzeuge für Erkundung und Angriffe, nachdem ein Mensch die Vorgehensweise ausgewählt hatte. Außerdem versuchte er mit ClawGod, die Anweisung CYBER_RISK_INSTRUCTION in Claude Code zu entfernen.

Die Gruppen verwendeten offene und geschlossene Modelle, überwiegend ältere Versionen. Für den spanisch- und englischsprachigen Akteur wurden Claude Opus 4.5, Claude Haiku 4.5 und Deepseek V4 Pro genannt. Beim chinesischsprachigen Akteur kamen vor allem Claude Opus 4.8 sowie Claude Sonnet 4.6 und Deepseek Chat zum Einsatz.

Meyers zufolge beruhten die Angriffe nicht auf neuen Exploits oder neuartigen Schwachstellen. Die KI habe vielmehr das Tempo und den Umfang der Angriffe auf vermeidbare Schwächen in der Sicherheit erhöht.

Welche Ziele die vier Akteure angriffen

CrowdStrike beschrieb die Gruppen anhand ihrer Arbeitssprache. Diese Bezeichnungen sind keine bestätigten Nationalitäten.

Beschreibung des AkteursBerichtete Ziele oder Schwerpunkte
Spanisch- und englischsprachigMindestens 15 Organisationen in Argentinien wurden kompromittiert. Bei mindestens einem Opfer fanden Forschende Hinweise auf gestohlene Zugangsdaten und Krankenakten.
ChinesischsprachigRegierungsziele in Brasilien und Kolumbien wurden kompromittiert. Private Organisationen in Brasilien und den USA wurden ebenfalls angegriffen.
IndonesischsprachigDer Akteur zielte auf Regierungsdomains in Indonesien und Bangladesch sowie auf Unternehmen des privaten Sektors.
RussischsprachigDer Akteur schien sich auf finanziell motivierte E-Kriminalität zu konzentrieren.

Der separate Fall von Hugging Face

Im Gespräch mit Margaret Brennan erläutert Hugging-Face-CEO Clem Delangue den separaten Vorfall und den Einsatz eines offenen Modells zur Abwehr.

Ein weiterer Vorfall bei Hugging Face gehört nicht zu den vier CrowdStrike-Kampagnen. CEO Clem Delangue sagte, das Unternehmen habe bei der Abwehr ein offenes Modell auf eigener Infrastruktur eingesetzt, weil Schutzvorkehrungen geschlossener API-Dienste notwendige Cyberabwehr behinderten. In einem Interview vom 2. August 2026 bezifferte Delangue die Aktionen des Agenten in diesem separaten Vorfall auf 17.000 innerhalb von viereinhalb Tagen.