WIRED berichtete am 2. November 2026 über mehr als 400 miteinander verbundene Apps und Domains, die wie gewöhnliche Dienste wirkten, aber versteckte Funktionen für missbräuchliche KI-generierte Bilder und Videos freischalten konnten. Ein Server konnte laut dem Bericht abhängig von der Anfrage eine harmlose oder eine explizite Oberfläche ausspielen. Apple hatte seine App-Review-Regeln bereits am 16. Oktober geändert; die Mitteilung des Unternehmens erschien vor der Untersuchung.

Wie gewöhnliche Apps andere Inhalte anzeigen konnten

Die Apps präsentierten sich unter anderem als Dienste für Tierporträts, Sprachunterricht oder KI-gestütztes Fitnesstraining. Paul Bouchaud, Forscher bei AI Forensics, beschrieb gegenüber WIRED einen Ablauf, bei dem eine App Informationen wie den Herkunftsort, die Sprache und eine eindeutige Kennung an einen Server übermittelte. Dieser entschied anschließend, welche Oberfläche angezeigt wurde. Ein Klick auf eine zugehörige Meta-Anzeige schien ein möglicher Auslöser zu sein.

Die verborgene Oberfläche konnte laut WIRED Vorlagen für Bilder und Videos, Uploads und Käufe sogenannter „Diamanten“ enthalten. Bei Viefur etwa konnte sich hinter einem Dienst für Tierporträts eine solche Oberfläche verbergen. Bouchauds Schilderung beschreibt einen möglichen Ablauf; die vollständigen Auslösekriterien legte der Bericht nicht dar.

Was über die Verbindungen zwischen den Apps bekannt wurde

Die Apps und Domains waren laut der Untersuchung durch gemeinsame technische Bestandteile miteinander verknüpft. Maël Le Touz, Bedrohungsforscher bei Infoblox, identifizierte dabei fast 500 verbundene Domains. WIRED ordnete Teile des Netzwerks chinesischsprachigen Entwicklern und dem in Hongkong registrierten Unternehmen KeLing Technology Limited zu. Diese Verbindung beruhte auf Domain- und Dienstdetails; KeLing antwortete nicht auf die Anfragen des Mediums.

Die Registrierungen von Domains für sogenannte Nudify-Apps und Websites nahmen laut Bouchauds Analyse im Frühjahr 2026 zu. Zu einem Zeitpunkt wurden demnach pro Woche rund 30 solcher Angebote registriert.

Welche Maßnahmen die Plattformen ergriffen

WIRED berichtete, Apple habe 19 Apps entfernt, nachdem das Medium das Unternehmen kontaktiert hatte. Apple erklärte dazu, die Apps hätten bei ihrer ursprünglichen Prüfung den Regeln entsprochen. Anschließend hätten Entwickler die Website geändert, von der die Apps ihre Inhalte bezogen, und pornografische Inhalte sowie entsprechende Werbung eingebunden.

Google hatte laut WIRED bereits die meisten der betroffenen Apps entfernt, bevor das Medium dort anfragte. Google äußerte sich gegenüber WIRED nicht. Meta teilte dem Medium mit, es habe Maßnahmen gegen 11.600 Werbekonten, mehr als 4.700 Unternehmensseiten, 5.200 Nutzer und 15.000 weitere Seiten ergriffen. Außerdem habe Meta 209 Apps von Werbung auf seinen Plattformen ausgeschlossen. Die Angaben stammen von Meta.

Was Apples Regeländerung festlegt

Apple veröffentlichte seine aktualisierten App-Review-Regeln am 16. Oktober 2026. Sie beziehen nicht einvernehmlich erstellte intime Bilder ausdrücklich ein, auch wenn diese mit KI erzeugt wurden; Apps müssen solche Inhalte aktiv verhindern und entfernen. Apple stellte außerdem klar, dass Apps, die ihren Zweck bei der Prüfung verschleiern und nach der Zulassung Funktionen hinzufügen, aus dem App Store und dem Apple Developer Program entfernt werden können. Apples Mitteilung zu den aktualisierten App-Review-Regeln erschien gut zwei Wochen vor dem WIRED-Bericht.