WordStar ist ein legendärer Name unter den Textverarbeitungsprogrammen. Im Oktober letzten Jahres wurde es in unserer Retrosoftware-Rubrik vorgestellt, und einige prominente Autoren haben es zu ihrem Favoriten erklärt. Die Zeit und das Aufkommen neuer Werkzeuge haben WordStar vollständig verdrängt, aber wenn du es heute ausprobieren möchtest, bietet das Projekt WordTsar eine sehr gute Nachbildung, die nativ läuft, ohne virtuelle Umgebungen oder Modifikationen.
Der IBM PC hatte mehr als eine Killer-App. Flight Simulator offenbarte sein Potenzial als Spieleplattform, VisiCalc und Lotus 1-2-3 brachten Tabellenkalkulationen auf unsere Bildschirme, und beim Schreiben war da WordStar. Die beste Anekdote über WordStar stammt von George R. R. Martin, der WordStar 4.0 als „seine Geheimwaffe“ zum Schreiben von Romanen ohne Ablenkungen bezeichnete. Auch Anne Rice widmete ihm einige Zeilen, mit dem Unterschied, dass sie es auf dem Osborne 1 benutzte (die Textverarbeitung war im Lieferumfang der Hardware enthalten).
Die Jahre vergingen, Microsoft eroberte das Universum und das Office-Paket wurde zum De-facto-Standard, aber WordStar verschwand nie ganz. Tatsächlich können sowohl Veteranen dieser Textverarbeitung als auch Retro-Software-Enthusiasten sie auf modernen Systemen dank des Projekts WordTsar erleben, das uns einen ziemlich treuen Klon liefert, der sofort einsatzbereit ist.
WordTsar: Der beste moderne Klon von WordStar
Auf seiner offiziellen Seite heißt es: WordTsar ist ein Klon des „Dokumentmodus“ von WordStar 7.0D. Die Originalversionen boten den Benutzern einen freien Modus, der sich gut zum Schreiben von Code eignete, aber WordTsar konzentriert sich auf die Erstellung von Dokumenten. Die wichtigsten Befehle erscheinen im Bearbeitungsmenü, und eines seiner Ziele ist es, die Verwendung der Cursorpfeile zu minimieren. Zum Beispiel funktioniert die Kombination „ESXD“ wie eine Art „WASD“, solange du die Strg-Taste gedrückt hältst. In ähnlicher Weise übernehmen Strg+W und Strg+Z das Scrollen, während Strg+R und Strg+C ganze Seiten umschalten.
Das Menü „Stil“ enthält die Formatierungsbefehle. Im Gegensatz zu modernen Textverarbeitungen besteht der Trick darin, Wörter und Absätze mit diesen Befehlen zu umschließen. Bei Fettschrift musst du Strg+PB eingeben, um die Fettschrift zu öffnen, den Text schreiben und die Fettschrift erneut mit Strg+PB schließen. Dieselbe Technik gilt für kursiven und unterstrichenen Text, aber andere Formate fehlen noch (z.B. Doppelschlag).
Schließlich enthält WordTsar ein modernes Menü, mit dem wir das Erscheinungsbild seiner Oberfläche ändern können, insbesondere in Bezug auf Farben. Die Software befindet sich in der Vor-Alpha-Phase und ihre Entwicklung ist langsam, aber wenn der Plan darin besteht, mit denselben Werkzeugen zu schreiben, die die Pioniere der Achtziger nutzten, funktioniert WordTsar sehr gut.
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