Wenn wir an Spielautomaten denken, kommen uns spezielle Leiterplatten und enorme Wartungsherausforderungen in den Sinn … aber die Zeiten haben sich geändert. Sega ist ein wahrer Gigant in der Produktion von Arcade-Automaten, und einer der interessantesten Aspekte ist, dass das Unternehmen Hardware wiederverwendet hat. Eines davon ist ALLS (Amusement Linkage Live System), der zwar als „Arcade-Board“ gilt … aber im Inneren steckt ein Gaming-PC.
In der Nähe meines Zuhauses gibt es ein Einkaufszentrum, das gerade eine neue Spielhalle eröffnet hat, und ich war sehr überrascht, klassische Maschinen wie Daytona USA mit ihren riesigen CRT-Bildschirmen und durch die Intensität der Spieler abgenutzten Bedienelementen zu sehen. Persönlich beneide ich niemanden, der so einen Automaten reparieren muss. Seine Hardware stammt aus der ersten Hälfte der 90er Jahre, und wenn man etwas ersetzen muss, ist das kein einfacher Prozess.
Doch diese Unsicherheit gibt es bei modernen Arcade-Automaten nicht mehr. Warum? Weil herkömmliche Hardware mehr als ausreichend ist. Einen überzeugenden Beweis liefert die Serie ALLS (Amusement Linkage Live System) von Sega. Der Kanal Bringus Studios (den wir durch seine GameCube Mini kennen) hat ein solches System aus Japan importiert und beim Entfernen der Abdeckung … einen Gaming-PC gefunden.
ALLS: Die Arcade-Automaten mit Nvidia-Grafik und Intel-Chips von Sega
Abgesehen von drei seriellen Anschlüssen und einem speziellen Anschluss für einen „Key-Chip“ verwendet dieser Client-Computer ALLS (ich sage „Client“, weil sie mit Servern verbunden sind) ein Gigabyte-Mainboard, eine GeForce GTX 1060, 16 Gigabyte DDR4-RAM und eine 120-Gigabyte-SSD. Die Seite Sega Retro besitzt vollständige technische Details, und das Bringus-Team identifiziert ihn als ALLS MX2, basierend auf einem Intel Core i5-8500. Das ATX-Netzteil wird von FSP hergestellt (eine relativ anständige Marke) und hat eine maximale Leistung von 500 Watt.
Beim Betriebssystem verwendet ALLS die LTSC 2019 Edition von Windows 10 IoT Enterprise, um ein in Japan sehr erfolgreiches Pferderennspiel namens StarHorse4 auszuführen. Leider gelang es Bringus nicht, das BIOS-Passwort zu entfernen, aber durch einen Wechsel von SSDs und USB-Sticks installierte er eine Kopie von Windows 10 Home Edition. Die Nvidia-Treiber funktionierten einwandfrei, ebenso wie Steam, mehrere High-End-Spiele und Emulatoren.
Zum Schluss das Beste: Bringus zahlte 418 Dollar für den ALLS, während ein Computer mit ähnlichen Spezifikationen in den USA bei etwa 390 Dollar liegt.