Am 16. September 2026 hat Anderon den Abschluss einer Förderung über 1 Milliarde US-Dollar durch das US-Handelsministerium bekannt gegeben. Die IBM-Tochter meldete am selben Tag, dass die ersten Quantenwafer durch ihre Fertigungsanlage in Albany im Bundesstaat New York liefen. IBM steuert zusätzlich 1 Milliarde US-Dollar in bar bei.

Damit ist aus der im Mai angekündigten Absichtserklärung mit zunächst vorgeschlagener CHIPS-Förderung ein finanziertes Foundry-Projekt geworden. Anderon soll als eigenständiger Fertigungspartner Quantenhardware für mehrere Anbieter herstellen – zunächst auf Basis supraleitender Technologie.

Vom Fördervorschlag zur laufenden Wafer-Fertigung

Die Entwicklung des Projekts verlief in zwei klaren Etappen:

DatumMeilenstein
21. Mai 2026IBM und das US-Handelsministerium kündigten eine Absichtserklärung für Anderon und eine vorgeschlagene CHIPS-Förderung über 1 Milliarde US-Dollar an.
16. September 2026Anderon gab den Abschluss der 1-Milliarde-US-Dollar-Förderung bekannt und meldete, dass die ersten Quantenwafer die Fertigungsanlage durchliefen.

Die beiden Finanzierungsbeiträge summieren sich auf 2 Milliarden US-Dollar an angekündigtem Projektkapital. IBM brachte darüber hinaus geistiges Eigentum, Anlagen und Fachkräfte in Anderon ein.

Was Anderon in Albany fertigt

Anderon ist eine sogenannte Pure-Play-Foundry. Damit ist hier ein eigenständiges Fertigungsunternehmen gemeint, das Quantenwafer für mehrere Quantenanbieter herstellen soll, statt ausschließlich als interne Forschungs- und Produktionslinie von IBM zu arbeiten.

Die Anlage arbeitet mit 300-Millimeter-Wafern. Der anfängliche Schwerpunkt liegt auf:

  • supraleitenden Qubit-Arrays,
  • Quanten-Ein- und -Ausgabe,
  • Verstärkern und Filtern,
  • weiteren Komponenten der Auslese-Signalkette.

Zum vorgesehenen Fertigungsangebot gehören außerdem supraleitende Leitungen, Through-Silicon-Vias, Bump-Bonds, Prozessdesign-Kits, Inline-Wafer-Tests, Charakterisierung und standardisierte Prozessabläufe.

Anderon plant, künftig auch weitere Quantenmodalitäten zu unterstützen. Der derzeit genannte Fertigungsfokus bleibt jedoch die supraleitende Quantenhardware samt unterstützender Elektronik.

Warum eine eigene Quanten-Foundry wichtig ist

Bei klassischen Halbleitern teilen Foundries die Fertigung häufig von der Chipentwicklung. Anderon überträgt dieses Grundprinzip auf Quantenhardware: Anbieter sollen Waferfertigung und Prozessentwicklung über einen spezialisierten Partner abwickeln können, während sie sich auf ihre Quantensysteme konzentrieren.

Für IBM erfüllt die Anlage zusätzlich eine strategische Funktion. Jay Gambetta, Leiter von IBM Research und IBM Fellow, erklärte, IBMs Quanten-Roadmap brauche eine Fertigungsbasis, die mit dem Tempo der Entwicklung skalieren könne. IBM verbindet Anderon damit mit dem eigenen Ziel, bis 2029 einen großskaligen, fehlertoleranten Quantencomputer für kommerzielle Kunden bereitzustellen.

Dieses Jahr ist ein Roadmap-Ziel von IBM. Anderon liefert dafür die Fertigungsinfrastruktur für Wafer und Auslesekomponenten; die Fabrik allein ist keine Zusage für die Auslieferung eines solchen Computers.

Was der September-Meilenstein konkret bedeutet

Die Meldung vom 16. September beschreibt einen frühen Produktionsschritt: Die ersten Quantenwafer liefen durch die Anlage. Das ist mehr als ein reines Bau- oder Finanzierungsprojekt, denn Anderon meldete damit eine laufende Fertigungsaktivität.

Der Schwerpunkt liegt zunächst auf supraleitenden Qubits und der dazugehörigen Signalkette. Dazu zählen unter anderem Verstärker und Filter, die für die Ansteuerung und das Auslesen der Qubit-Strukturen benötigt werden.

Anderon ist als Fertigungspartner für mehrere Quantenanbieter vorgesehen. IBM und Anderon haben dabei die Rolle eines offenen Pure-Play-Modells beschrieben: Die Foundry soll nicht nur IBMs eigene Hardware-Roadmap bedienen.

Der nächste praktische Schritt

Mit der abgeschlossenen Förderung und den ersten laufenden Wafern beginnt für Anderon die nächste Phase des Aufbaus seiner Quantenfertigung in Albany. Das Unternehmen will die Prozessbasis für supraleitende Hardware weiterentwickeln und später weitere Quantenmodalitäten unterstützen.