Data Center Dynamics berichtete am 3. November 2026, Anthropic habe in einer aktualisierten Börsenunterlage insgesamt rund 895,4 Milliarden US-Dollar an Verpflichtungen ausgewiesen. Die Summe betrifft nahezu vollständig Rechenleistung und Infrastruktur. Sie ist kein Gesamtwert für Anthropic Direct oder dessen Rechenzentrumsanmietungen allein.
Anthropics S-1 beschreibt Anthropic Direct als Teil eines Hybridmodells: Das Unternehmen beschafft spezialisierte KI-Beschleuniger direkt und nutzt sie in eigens vorgesehenen Rechenzentren, die für Anthropic angemietet und betrieben werden. Cloud-Rechenleistung bezieht Anthropic weiterhin zusätzlich (Form S-1 von Anthropic).
Was Anthropic Direct bedeutet
Anthropic Direct bezeichnet die zusätzliche Rechenleistung aus direkt beschafften Beschleunigern in dedizierten Rechenzentrumsanlagen. Anthropic zufolge ist die erste Anlage 2026 in Betrieb gegangen. Die Projekte des Unternehmens liegen überwiegend in den USA; zugleich verfolgt Anthropic Kapazitäten außerhalb der Vereinigten Staaten.
Der Name bedeutet nicht, dass Anthropic die Gebäude besitzt. Das S-1 beschreibt Anlagen, die auf Rechnung des Unternehmens angemietet und von Dritten betrieben werden. Anthropic sagt außerdem, selbst Rechenzentrumsflächen direkt angemietet zu haben. Wer das Grundstück, die Stromversorgung und den Anlagenbetrieb bereitstellt, hängt von der jeweiligen Vereinbarung ab.
Hardware, Gebäude und Cloud sind getrennte Vertragsbereiche
Anthropics S-1 trennt die Beschaffung der Rechenchips von den Vereinbarungen über Gebäude und Cloud-Dienste. Broadcom verleast TPU-basierte Systeme über fünf Jahre. Die dafür ausgewiesenen Mietzahlungen belaufen sich ohne Zinsen auf rund 161,2 Milliarden US-Dollar. Für Entwicklung und Betrieb von Rechenzentren nennt Anthropic unter anderem Fluidstack; zudem hat Anthropic selbst direkte Mietverträge abgeschlossen.
| Bereich | Leistung oder Anlage | Rolle der Anbieter | Verhältnis zu Anthropic Direct |
| Anthropic Direct | Direkt beschaffte KI-Beschleuniger in eigens vorgesehenen Rechenzentrumsanlagen | Dritte können Grundstücke, Stromversorgung und Einrichtungen bereitstellen und den Betrieb übernehmen; Fluidstack ist als Anbieter genannt | Zusätzliche Rechenleistung neben Cloud-Diensten |
| Broadcom-Leasing | TPU-basierte Rechensysteme, fünfjährige Finanzierungsleasingverträge | Broadcom verleast die Hardware | Hardwarevertrag, getrennt von den Vereinbarungen über die Gebäude |
| Cloud-Dienste | Rechenleistung über Cloud-Anbieter | Zu den genannten Anbietern zählen AWS, Google und Microsoft | Bestehen neben Anthropic Direct fort |
Was die gemeldeten 895,4 Milliarden US-Dollar umfassen
Die von Data Center Dynamics gemeldete Summe bündelt Verpflichtungen für Rechenleistung und Infrastruktur. Dazu gehören verschiedene Verträge, etwa für Cloud-Kapazität und Hardware. Sie lässt sich deshalb nicht als Preis der gemieteten Anthropic-Direct-Rechenzentren lesen. Der einzelne Broadcom-Vertrag über rund 161,2 Milliarden US-Dollar betrifft beispielsweise TPU-basierte Hardware und ist ein eigener Vertragsbereich.
Auch die Cloud-Verpflichtungen laufen parallel zu den direkten Anlagenvereinbarungen. Anthropic beschreibt Anthropic Direct als Ergänzung zu den Cloud-Diensten, nicht als deren Ersatz. Die Gesamtsumme von 895,4 Milliarden US-Dollar fasst somit mehrere Arten von Rechen- und Infrastrukturverpflichtungen zusammen.
Welche Finanzkennzahlen Yahoo Finance besprach
In einem englischsprachigen Beitrag ordneten die Moderatoren von Yahoo Finance Zahlen aus Anthropics S-1 ein. Sie bezifferten die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur auf 7,3 Milliarden US-Dollar für 2025 und 8,9 Milliarden US-Dollar für das erste Halbjahr 2026. Für eigene Sachanlagen und Ausrüstung nannten sie 482 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2026. Das sind unterschiedliche Kennzahlen und Zeiträume.
Anthropics S-1 steht auch im Zusammenhang mit der möglichen Börsennotierung des Unternehmens. NeoTeos frühere Berichterstattung über den möglichen Anthropic-Börsengang behandelt diesen Kontext.