In einem am 29. September 2026 veröffentlichten Beitrag erklärte Anthropic Claude Fable 5.1 für allgemein verfügbar. Claude Mythos 5.1 basiert laut dem Unternehmen auf demselben Modell, ist mit weniger restriktiven Schutzmechanismen aber geprüften Nutzern vorbehalten. Anthropic zufolge war der Zugang zunächst auf eine Gruppe von Organisationen in den USA beschränkt.

Ein Grundmodell, zwei Zugangsstufen

Anthropic beschreibt die Unterschiede zwischen Fable 5.1 und Mythos 5.1 vor allem über die Schutzmechanismen und den Zugang. Fable 5.1 richtet sich an die allgemeine Nutzung. Mythos 5.1 ist für geprüfte Fachleute und Organisationen vorgesehen, deren Arbeit durch die üblichen Einschränkungen bei Cybersicherheit oder Lebenswissenschaften betroffen ist.

ModellModellbasis und SchutzmechanismenVon Anthropic beschriebener Zugang
Claude Fable 5.1Grundmodell mit Schutzmechanismen für die allgemeine NutzungAllgemein verfügbar
Claude Mythos 5.1Dasselbe Grundmodell, aber mit weniger restriktiven SchutzmechanismenGeprüfte Zugangsprogramme; zunächst eine Gruppe von Organisationen in den USA

Welche Fähigkeiten Anthropic meldet

Ein Claude-Code-Vergleich zeigt, wie Claude Fable 5.1 ein drehbares 3D-Modell eines Bären auf einem Fahrrad erzeugt.

Anthropic berichtet für Fable 5.1 einen Wert von 55,8 Prozent beim Terminal-Bench 4.0. Für Claude Fable 5 nennt das Unternehmen 42,0 Prozent. Beim selben Test erreichte Claude Mythos 5.1 laut Anthropic 60,9 Prozent; das Unternehmen führt den Abstand zu Fable 5.1 auf Unterschiede bei den Eingriffen der Cybersicherheits-Schutzmechanismen zurück.

Für Claude Code meldet Anthropic rund 60 Prozent weniger Eingriffe durch die Cybersicherheits-Schutzmechanismen pro Sitzung als bei den vorherigen Schutzmechanismen von Fable 5. Das Modell könne defensive Software-Schwachstellen identifizieren. Exploit-Entwicklung, Penetrationstests und Schwachstellensuche anhand von Binärdateien würden dagegen an andere Modelle weitergeleitet. Bei harmlosen Fragen zu Grundlagenbiologie und Medizin lösten die biologischen Schutzmechanismen laut Anthropic 85 Prozent seltener aus als bei den ursprünglich mit Fable 5 eingeführten Schutzmechanismen. Anfragen zu Forschung und Entwicklung in den Lebenswissenschaften würden außerhalb des Mythos-Zugangsprogramms weiterhin an Opus-Modelle geleitet.

Anthropic nennt auch wissenschaftliche Anwendungen: Fable 5.1 habe eine Höhenkarte erstellt, die etwa ein Drittel der Venus abdeckt. Das Unternehmen gibt dafür Kartendetails im Bereich von 2 bis 3 Kilometern an, gegenüber 10 bis 20 Kilometern bei einer früheren Karte; die Höhenangaben seien bis zu 25 Prozent genauer. Mythos 5.1 habe nach Angaben von Anthropic außerdem sieben quelloffene Deep-Learning-Modelle bei identischen Ergebnissen um bis zu den Faktor 2,5 beschleunigt.

Mythos 5.1 setzt eine Prüfung voraus

Anthropic bündelt den Zugang zu Mythos 5.1 in Programmen für Cybersicherheit und Lebenswissenschaften. Das Cyber Verification Program richtet sich an geprüfte Nutzer defensiver Cybersicherheitsarbeit; das Life Sciences Verification Program ist für geprüfte Fachleute in Forschung und Entwicklung der Lebenswissenschaften gedacht. Anthropic zufolge war Mythos 5.1 zunächst einer Gruppe von US-Organisationen zugänglich.