Ein Bericht vom 29. September beziffert Anthropics Infrastrukturverpflichtungen mit sechs Partnern auf mindestens 518 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre. Rund 80 Prozent der Summe sollen nicht kündbar oder unabhängig von der tatsächlichen Nutzung zahlbar sein. Die Bedingungen der einzelnen Vereinbarungen fallen unterschiedlich aus.

Anthropics Infrastrukturzusagen reichen laut Bericht über zehn Jahre

Die Summe stammt aus Angaben zu einem vertraulichen Prospekt, über die berichtet wurde. Sie umfasst Verpflichtungen für KI-Infrastruktur über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die rund 80 Prozent beziehen sich auf die Gesamtsumme: Dieser Anteil soll entweder nicht kündbar sein oder unabhängig davon anfallen, wie viel Infrastruktur Anthropic tatsächlich nutzt.

Google, Amazon und Microsoft haben unterschiedliche Vertragsbedingungen

Die berichteten Infrastrukturvereinbarungen mit Google, Amazon und Microsoft unterscheiden sich bei Betrag, Laufzeit und Bedingungen:

VertragspartnerGemeldete VerpflichtungGemeldeter ZeitraumGemeldete Bedingung
GoogleMindestens 111,1 Milliarden US-DollarApril 2026 bis Juli 2033Anthropic soll die Differenz zahlen, falls die tatsächlichen Ausgaben unter der vereinbarten Summe bleiben.
Amazon110 Milliarden US-DollarMai 2026 bis April 2036Ähnliche Regel für eine mögliche Differenz zwischen tatsächlichen Ausgaben und Verpflichtung.
Microsoft31,4 Milliarden US-DollarNovember 2026 bis Mai 2033Nicht kündbar, außer bei einem wesentlichen Vertragsverstoß von Microsoft, der nicht behoben wird.

Weitere Vereinbarungen betreffen Leasing, Rechenkapazität und Aktien

Zusätzlich werden rund 161,2 Milliarden US-Dollar an weitgehend nicht kündbaren Leasingverpflichtungen für Ausrüstung im Zusammenhang mit Broadcom genannt. Ausnahmen für eine Kündigung sollen an einen Zahlungsausfall gebunden sein.

Vereinbarungen mit xAI könnten bis 2029 zu Zahlungen von bis zu 84,5 Milliarden US-Dollar für Nvidia-basierte Rechenkapazität führen. Sie sollen weitgehend mit einer Frist von 90 Tagen kündbar sein.

AMD soll sich verpflichtet haben, Anthropic-Aktien für bis zu 5 Milliarden US-Dollar zu kaufen und Rechenkapazität bereitzustellen, deren Wert voraussichtlich 20 Milliarden US-Dollar übersteigt. Der Aktienkauf und die Kapazitätslieferung sind unterschiedliche Teile dieser Vereinbarung.

Anthropic soll außerdem einen Strategiewechsel weg von einer ausschließlich cloudbasierten Infrastruktur hin zu eigenen Rechenzentren und direkt geleasten Chips beschrieben haben.

Anthropics Finanzzahlen für 2025 als Kontext

Für 2025 werden bei Anthropic rund 4,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Betriebsverlust von 8,06 Milliarden US-Dollar und ein Nettoverlust von rund 42 Milliarden US-Dollar berichtet. Die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur sollen 7,33 Milliarden US-Dollar betragen haben.

Im Nettoverlust sollen etwa 34 Milliarden US-Dollar als bilanzieller Aufwand im Zusammenhang mit einer Finanzierung enthalten sein, die in Aktien umgewandelt werden könnte. Dieser Aufwand ist nicht mit den laufenden Betriebsausgaben gleichzusetzen. Betriebs- und Nettoverlust beschreiben unterschiedliche Kennzahlen.

Der offizielle Schritt zu Anthropics geplantem Börsengang

Am 1. Juni 2026 teilte Anthropic mit, vertraulich einen Entwurf des Registrierungsdokuments Form S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht zu haben. Das Unternehmen erklärte, ein möglicher Börsengang hänge von der Prüfung durch die SEC, den Marktbedingungen und weiteren Faktoren ab. In dieser Mitteilung waren weder die Zahl der Aktien noch der Angebotspreis festgelegt.