Eine am 30. September 2026 veröffentlichte externe Praxiseinschätzung hält die Apple Watch Ultra 4 vor allem für Outdoor- und Ausdauerfans für interessant. Apple gibt bis zu 50 Stunden Laufzeit im Alltag und bis zu 45 Stunden für Outdoor-Workouts im Max Extended Workout-Modus an. Im selben Praxistest kam es beim Laufen mit verschwitzten Fingern zu Fehlbedienungen am Touchscreen.

Apple Watch Ultra 4 im Praxiseinsatz

Die Apple Watch Ultra 4 ist eine 49-mm-Sportuhr aus Titan mit GPS und Mobilfunk. Zu den von Apple genannten Neuerungen gehören der S11-Chip, ein überarbeitetes Gesundheitssensorsystem und Readiness. Für lange Aktivitäten sprechen vor allem die ausgewiesenen Akkumodi und die Action-Taste, mit der sich Trainingseinheiten starten und pausieren lassen.

Die externe Bewertung ordnet die Ultra 4 besonders für Menschen ein, die häufig draußen unterwegs sind, Ausdauertraining betreiben oder Mobilfunkempfang nicht immer voraussetzen können. Für den allgemeinen Alltag und Gesundheitsfunktionen wurde die Apple Watch Series 12 als passende Alternative eingeschätzt; sie teilt viele Gesundheits- und Sicherheitsfunktionen mit der Ultra 4.

Wer bereits eine Apple Watch Ultra 3 besitzt, kann die Unterschiede an konkreten Funktionen festmachen: Die Ultra 4 bietet den S11-Chip, ein aktualisiertes Gesundheitssensorsystem, Readiness und längere von Apple angegebene Laufzeiten. Ob das einen Wechsel rechtfertigt, hängt davon ab, wie wichtig diese Punkte im eigenen Alltag sind.

Akkulaufzeit in den verschiedenen Modi

Apple nennt bis zu 50 Stunden im Alltag und bis zu 84 Stunden im Stromsparmodus. Im Max Extended Workout-Modus sollen Outdoor-Läufe, Spaziergänge und Wanderungen bis zu 45 Stunden aufgezeichnet werden; GPS-Daten werden dabei laut Apple jede Sekunde erfasst. Einige Messwerte und Warnhinweise sind in diesem Modus deaktiviert. Die tatsächliche Laufzeit variiert je nach Nutzung und Konfiguration.

Zum Vergleich: In der externen Praxiseinschätzung wurden für die Apple Watch Ultra 3 bis zu 42 Stunden im Alltag und bis zu 72 Stunden im Stromsparmodus genannt. Apple zufolge bringt eine Ladezeit von 15 Minuten bis zu 18 Stunden Laufzeit; auch dieses Ergebnis hängt unter anderem von Einstellungen, Ladezustand, Nutzung und Umgebung ab.

Readiness als Wellness-Funktion

Readiness erstellt täglich einen Wert von 0 bis 10 und ordnet ihn einer von vier Empfehlungen zu: Erholen, Tempo drosseln, bereit sein oder loslegen. Apple zufolge fließen die jüngste Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalwerte und der Schlafwert ein; der Wert kann sich mit neuen Daten verändern.

Der Wert ist eine Wellness-Einschätzung. Er sagt nicht, ob Sport medizinisch unbedenklich ist. Die externe Bewertung stützte ihren frühen Eindruck von Readiness auf lediglich zwei Tage Nutzung und ordnete ihn deshalb als vorläufig ein.

Apple zufolge misst die Uhr die Herzfrequenz im Ruhezustand tagsüber alle fünf Sekunden. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – die Schwankung der Zeitabstände zwischen Herzschlägen – wird dem Unternehmen zufolge bis zu 24-mal häufiger erfasst als zuvor.

Gehäuse und Bedienung beim Laufen

Das 49-mm-Titangehäuse fiel der testenden Person am Handgelenk groß aus. Beim Laufen führten verschwitzte Finger in der externen Praxiseinschätzung zu Eingaben, die nicht beabsichtigt waren: Dazu gehörten das Überspringen von Musiktiteln und ein Neustart der Uhr während eines Trainings. Die Action-Taste half beim Starten und Pausieren, ersetzte die Touchbedienung aber nicht.

Erste Herzfrequenz- und Schrittzähltests

Ein erster externer Test verglich die Herzfrequenzmessung mit einem Polar H10. Die Korrelationswerte lagen bei 1,00 beim Indoor-Radfahren, 0,94 beim Laufen und 0,99 beim Krafttraining. Beim Lauf traten zu Beginn Aussetzer auf. Die Werte stammen aus einzelnen Aktivitätssitzungen: Ein Korrelationswert beschreibt, wie eng zwei Messreihen zusammen verlaufen, nicht die prozentuale Genauigkeit jedes einzelnen Messwerts.

In einem Schrittzähltest über ungefähr 5.000 Schritte betrug die mediane Abweichung von einer manuellen Zählung fünf Schritte. Ein erster GPS-Lauf zeigte zudem unerwartete Abweichungen der aufgezeichneten Route; Firmware oder ein einmaliges Problem des Testgeräts wurden als mögliche Ursachen genannt.