Notebookcheck berichtete am 21. Oktober 2026 über Zahlen aus Schlussvorträgen vom 20. Oktober: Vorgeschlagene Lizenzgebühren für Arm v10 könnten einer Schätzung zufolge 12,8 bis 29,5 Prozent des Referenzpreises eines Snapdragon-Flaggschiffchips von 220 US-Dollar ausmachen. Die zugrunde liegenden Gebührenmodelle bezeichnete der Bericht als vertraulich.
Worauf sich die Prozentwerte beziehen
Der Preis von 220 US-Dollar dient als Rechengröße für einen beispielhaften Snapdragon-Flaggschiffchip. Die gemeldeten Werte vergleichen damit einen bestehenden ALA-Vergleich mit Schätzungen für Arm v10:
| Vergleich | Anteil am Referenzpreis von 220 US-Dollar |
| Vergleich nach der bestehenden ALA | rund 0,85 % |
| Gemeldete Schätzung für Arm v10 | 12,8 bis 29,5 % |
Die Royalty ist hier die Lizenzgebühr pro Chip. Für den ALA-Vergleich entsprechen 1,88 US-Dollar rund 0,85 Prozent des Referenzpreises von 220 US-Dollar. Bezogen auf die separate Berechnungsobergrenze von 150 US-Dollar entsprechen dieselben 1,88 US-Dollar rund 1,25 Prozent.
Was die bestehende Lizenz und die Beispielrechnungen aussagen
Qualcomm schloss 2013 mit Arm eine Architecture License Agreement (ALA). Laut Notebookcheck begrenzt sie die Royalty für Prozessoren mit mindestens fünf CPU-Kernen auf 1,88 US-Dollar je Chip und läuft bis 2033.
Arm stellte laut Notebookcheck infrage, ob eine für kleinere Smartphone-Chips gedachte Obergrenze auch für einen 288-Kern-Prozessor für Rechenzentren gelten sollte. Die berichteten Multiplikatoren von 15 und 34,5 ergeben, auf die Obergrenze von 1,88 US-Dollar angewendet, hypothetische Beträge von 28,20 US-Dollar je Chip für 2027 bis 2033 und 64,86 US-Dollar für 2034 bis 2040. Geteilt durch den Referenzpreis von 220 US-Dollar entsprechen diese Beträge gerundet 12,8 beziehungsweise 29,5 Prozent.
Notebookcheck berichtete außerdem, Qualcomm habe Ende 2024 eine Vorauszahlung von 250 Millionen US-Dollar angeboten, um Arm-v10-Konditionen zu sichern und den Rechtsstreit beizulegen. Arm lehnte das Angebot dem Bericht zufolge ab.
Das Juryurteil betraf andere Ansprüche
Am 13. Oktober 2026 sprach eine Jury Qualcomm in zwei Ansprüchen jeweils einen US-Dollar symbolischen Schadenersatz zu: wegen eines Vertragsanspruchs und wegen der Beeinträchtigung von Qualcomms Geschäftsbeziehung zu Meta. Bei fünf weiteren Vertragsansprüchen entschied die Jury zugunsten von Arm, berichtete Pronetic.
Die v10-Lizenzverhandlungen gehörten zu einem getrennten Verfahren vor Richterin Maryellen Noreika. Qualcomm beantragte dort, Royalty-Zahlungen bis zu fünf Jahre auszusetzen. Den Lizenzstreit zwischen Qualcomm und Arm in Delaware hat NeoTeo bereits eingeordnet.