Das Universum ist 13,8 Milliarden Jahre alt und hat einen Durchmesser von 91 Milliarden Lichtjahren, zumindest im beobachtbaren Bereich. Es ist groß, und obwohl dieses Alter es eher auf die Seite „jung“ als „erwachsen“ stellt, ist es immer noch eine schaurige Menge Zeit. Wenn wir uns also fragen, ob es Leben in anderen Sternensystemen und Galaxien gibt, fragen wir vielleicht aus einem falschen Winkel. Eine neue Reihe von Berechnungen kann nicht bestätigen, ob es heute außerirdische Zivilisationen gibt, aber selbst mit sehr pessimistischen Parametern ist es fast sicher, dass es sie in der Vergangenheit gab.
Bis vor wenigen Jahren war die Entdeckung eines Exoplaneten ein Grund zum Feiern. Seit die Kepler-Mission ihre Arbeit aufgenommen hat, werden sie jetzt zu Hunderten entdeckt. Die Größe der „Stichproben“ wird immer größer, aber sie reicht immer noch nicht aus, um zweifelsfrei zu beweisen, ob es außerirdisches Leben gibt oder nicht. Die Wahrscheinlichkeiten stehen definitiv auf unserer Seite, aber das Fermi-Paradoxon kommt angerannt und schlägt uns auf den Kopf: Wenn es so viele Außerirdische gibt, wo sind sie?
Die neue Studie
Dank einer neuen Studie von Adam Frank von der University of Rochester und Woodruff Sullivan von der University of Washington schlagen sie vor, die Frage anders zu formulieren. Es ist möglich, dass die menschliche Zivilisation die einzige im gegenwärtigen Moment ist, aber bei einem Universum, das 13,8 Milliarden Jahre alt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass es früher intelligente Spezies gegeben hat. Vielleicht denken viele Leser an dieser Stelle: „dafür gibt es die Drake-Gleichung“, aber tatsächlich ist es nicht das Ziel der Drake-Gleichung, harte Zahlen über die Anzahl der Zivilisationen zu liefern, sondern die Debatte zu eröffnen und die wissenschaftliche Analyse zu erweitern, ganz zu schweigen davon, dass vier ihrer sieben Elemente noch unbekannt sind.
Die Arbeit dieser beiden Astronomen verändert gewissermaßen das Profil der Drake-Gleichung und eliminiert eines der unbekannten Elemente („L“, also die Zeitspanne, die eine Zivilisation benötigt, um nachweisbare Signale ins All zu senden). Anstatt zu berechnen, wie viele Zivilisationen es da draußen gibt, schlagen sie vor, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass die menschliche Spezies die einzige war (und ist), die je aufgetaucht ist. Wenn man alle neuen Daten über Exoplaneten (einschließlich ihrer Entstehung), Orbitpositionen und bewohnbare Zonen zusammenzählt, würde die einzige Möglichkeit, dass die menschliche Spezies diese Bedingung erfüllt, eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 1 zu 10.000 Billionen (unseren Billionen, „10 billion trillion“ auf amerikanisch, wie Frank selbst sagt, oder 1 zu 10^22) für die Entwicklung einer fortgeschrittenen Zivilisation erfordern. Kurz gesagt: Es gab Außerirdische, nur haben wir sie noch nicht getroffen.