Xataka und DiarioBitcoin berichteten am 16. beziehungsweise 15. Oktober unter Berufung auf einen Bloomberg-Bericht vom 14. Oktober, die EU erwäge einen Sanktions-Tausch mit China zugunsten des deutschen Zulieferers Sindlhauser Materials GmbH. Der Vorschlag sehe vor, dass Brüssel ein nicht genanntes chinesisches Unternehmen von einer Sanktionsliste streicht und Peking im Gegenzug Beschränkungen für Sindlhauser lockert. Die Berichte beschrieben außerdem das Risiko, dass das Unternehmen in den folgenden Monaten schließen könnte, falls es benötigte Rohstoffe nicht beschaffen kann (Xataka, DiarioBitcoin).

Was Chinas Beschränkungen erfassen

Das chinesische Handelsministerium MOFCOM untersagte in seiner Mitteilung vom 24. Juli Ausführern, Dual-Use-Güter an gelistete Unternehmen zu liefern. Dual-Use-Güter sind Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Auch ausländische Organisationen und Personen dürfen gelisteten Unternehmen keine Dual-Use-Güter chinesischen Ursprungs übertragen oder bereitstellen (MOFCOM).

Die getrennten Maßnahmen im Juli

Die Europäische Kommission erklärte, die EU habe am 23. Juli ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Zu den Maßnahmen gegen Sanktionsumgehung gehörten 14 in China ansässige Einheiten, darunter vier in Hongkong (Europäische Kommission).

MOFCOM teilte mit, China habe am 24. Juli als Reaktion auf das EU-Paket 14 EU-Einheiten auf seine Restricted Namelist gesetzt. Das Ministerium berief sich dabei auf nationale Sicherheit und Interessen sowie auf die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Die beiden Listenaktionen erfolgten an aufeinanderfolgenden Tagen, betrafen aber jeweils Einheiten der anderen Seite.

Die Verbindung zu ASML

Xataka und El Chapuzas Informático beschreiben Sindlhauser als deutschen Materialzulieferer in der Lieferkette von ASML und berichten, das Unternehmen sei stark auf Seltene Erden und andere kritische Mineralien aus China angewiesen (Xataka, El Chapuzas Informático). Deutsche und bayerische Behörden prüften laut Xataka und DiarioBitcoin alternative Lieferanten und Recyclingmöglichkeiten.