Die BBC berichtete am 21. Oktober 2026, dass Sofia Liguori in jener Woche bei Google DeepMind gekündigt hatte. The Intercept berichtete am selben Tag ebenfalls über ihren Rücktritt. Laut BBC hatte auch der KI-Forscher Andreas Kirsch Google DeepMind verlassen, bereits früher im Oktober. Beide kritisierten Googles militärische KI-Arbeit und die Aufsicht über ihren Einsatz.
Was Liguori und Kirsch kritisierten
Liguori erklärte, ihr Einwand richte sich gegen den Einsatz von KI in der Kriegsführung und bei der Zielauswahl, nicht nur gegen autonome Waffen. Kirsch kritisierte laut BBC, Googles Kontrolle und Aufsicht reichten für militärische und geheime Einsätze nicht aus. Zudem hielt er die heutigen KI-Modelle für solche Aufgaben nicht für robust oder ausreichend trainiert.
Was über den Pentagon-Vertrag berichtet wird
Die BBC berichtete, ein 2026 geschlossener Vertrag mit dem Pentagon erlaube den Einsatz von Googles KI-Modellen für „jeden rechtmäßigen Regierungszweck“ in geheimer militärischer Arbeit. Zugleich sollten die Modelle demnach ohne angemessene menschliche Aufsicht und Kontrolle weder für die massenhafte Überwachung der US-Bevölkerung noch für autonome Waffen, einschließlich der Zielauswahl, eingesetzt werden.
Google erklärte über Sprecher Tom Hewett, das Unternehmen prüfe Verträge mit öffentlichen Stellen nach einem einheitlichen Verfahren und halte dabei seine Regeln zur akzeptablen Nutzung und seine KI-Grundsätze ein. Außerdem gebe es interne Meldewege für Beschäftigte und Richtlinien gegen Vergeltungsmaßnahmen.
Widerstand bei DeepMind gab es schon 2024
Engadget berichtete unter Berufung auf TIME, dass ein Schreiben gegen Googles Militärverträge am 16. Mai 2024 verfasst worden sei. Rund 200 DeepMind-Beschäftigte hätten es unterzeichnet, etwa fünf Prozent der damaligen Belegschaft. Der Brief liefert einen früheren datierten Beleg für organisierten Widerspruch unter Beschäftigten.
Project Nimbus war ein anderer Vertrag
Die BBC bezifferte den Wert des 2024 vereinbarten Google-Amazon-Projekts Nimbus auf 1,2 Milliarden US-Dollar und beschrieb KI-Technik und Cloud-Infrastruktur für Israels Regierung und Militär. Zugleich zitierte sie Googles damalige Aussage, Nimbus sei nicht für hochsensible, geheime oder militärische Arbeitslasten im Zusammenhang mit Waffen oder Nachrichtendiensten bestimmt. The Intercept beschrieb das Projekt als Bereitstellung von KI-Werkzeugen für Israels Militär und Rüstungshersteller.