BBC News Mundo berichtete am 23. Oktober 2026, Sofia Liguori habe in derselben Woche nach drei Jahren bei Google DeepMind gekündigt. Der KI-Forscher Andreas Kirsch habe das Unternehmen bereits Anfang Oktober verlassen. Beide nannten Bedenken wegen Googles militärischer KI-Arbeit und der Kontrolle über ihren Einsatz.
Ein früherer NeoTeo-Bericht über die gemeldeten Abgänge bei Google DeepMind ordnete die Kündigungen ein. Liguoris Schilderung einer Vertragsklausel und frühere Formen des Beschäftigtenprotests ergänzen den Blick auf den Konflikt.
Was Liguori und Kirsch kritisierten
Liguori wandte sich gegen die wachsende Zusammenarbeit Googles mit dem US-amerikanischen und dem israelischen Militär. Sie habe deshalb das Vertrauen verloren, dass Google seinen eigenen ethischen Grundsätzen gerecht werde. Nach ihrer Darstellung enthielt ihr Arbeitsvertrag eine Klausel, die ihr grundsätzlich untersagte, Google für den Rest ihres Lebens zu kritisieren.
Kirsch kritisierte Googles Steuerung und Aufsicht über den Einsatz seiner KI bei geheimen Militäraufgaben. Er meinte, Google habe nur begrenzten Einblick in deren Verwendung. Diese Einschätzung äußerte Kirsch selbst.
Googles Antwort und die berichteten Vertragsregeln
Der BBC zufolge erlaubt ein früher 2026 geschlossener Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium den Einsatz von Googles KI für jeden legitimen staatlichen Zweck. Zugleich untersagt er demnach inländische Massenüberwachung und autonome Waffen, einschließlich der Zielauswahl, wenn angemessene menschliche Aufsicht und Kontrolle fehlen.
Google erklärte gegenüber der BBC, das Unternehmen prüfe Verträge mit öffentlichen Stellen nach seinen Richtlinien zur zulässigen Nutzung und seinen KI-Grundsätzen. Beschäftigte könnten über interne Kanäle Bedenken melden; außerdem gebe es Richtlinien gegen Vergeltungsmaßnahmen.
Protestbrief und gewerkschaftliche Organisierung
Der Widerstand beschränkte sich nicht auf einzelne Kündigungen. Engadget berichtete, dass rund 200 Beschäftigte von DeepMind, etwa fünf Prozent der damaligen Belegschaft, einen am 16. Mai 2024 verfassten Brief gegen Googles Militärverträge unterzeichneten.
Beschäftigte von Google DeepMind im Vereinigten Königreich stimmten im April 2026 für eine gewerkschaftliche Organisierung und bemühten sich gemeinsam mit der Communication Workers Union (CWU) und Unite um Anerkennung. Novara Media berichtete darüber und interviewte einen anonymen Beschäftigten.