Am 7. Oktober 2026 kündigte Biohub den Ausbau seiner Virtual Biology Initiative zu einem internationalen Forschungsverbund an. Der kombinierte Wert aus Finanzierung, Daten, Rechenleistung und Messtechnik beträgt nach Biohubs Angaben 1,8 Milliarden US-Dollar. Meta, Google DeepMind und Isomorphic Labs sagten gemeinsam 300 Millionen US-Dollar zu. Ziel ist, biologische Messdaten für künftige KI-Modelle bereitzustellen, die Zellreaktionen auf Eingriffe vorhersagen sollen.

Biohub erweitert seine Virtual Biology Initiative

Die Initiative soll Forschenden helfen, biologische Fragen zunächst am Computer zu untersuchen und Laborarbeit gezielter zu planen. Dafür braucht es mehr als Rechenleistung: Die Modelle sollen mit Messungen darüber trainiert werden, wie Zellen auf bestimmte Eingriffe reagieren.

Der angekündigte Gesamtwert bündelt unterschiedliche Beiträge: Geld, Daten, Rechenkapazität und Messtechnik. Die drei Unternehmen verpflichteten sich gemeinsam zu 300 Millionen US-Dollar. Die Summe wurde nicht auf Meta, Google DeepMind und Isomorphic Labs aufgeteilt.

Beiträge und Aufgaben der Partner

Das US-Energieministerium (DOE) plant, über fünf Jahre mehr als 500 Millionen US-Dollar in Zellforschung, Messungen, Modellierung und Rechenleistung zu investieren. Die National Institutes of Health (NIH) sollen bestehende biomedizinische Datensätze, Repositorien und Wissensdatenbanken koordinieren. Gemeinsam mit Biohub wollen die NIH geeignete Daten für das Training von Modellen standardisieren.

Biohub hatte die Initiative bereits im April 2026 mit einer Zusage über 500 Millionen US-Dollar gestartet: 400 Millionen waren für Messtechnologien und 100 Millionen für Forschung außerhalb von Biohub vorgesehen. NVIDIA unterstützt den Verbund mit Recheninfrastruktur, spezialisierter Software und technischem Know-how. Renaissance Philanthropy hilft dabei, die Finanzierung für die Erhebung biologischer Daten auszuweiten. Zu den wissenschaftlichen Partnern zählen unter anderem das Allen Institute, das Broad Institute, die Gladstone Institutes, der Human Cell Atlas, der Human Protein Atlas und das Wellcome Sanger Institute.

Wie biologische Daten künftige Modelle unterstützen sollen

Biohub will Zellreaktionen über mehr Zelltypen und Bedingungen hinweg messen, als bislang untersucht wurden. Solche Daten sollen Modelle mit konkreten biologischen Beobachtungen verbinden: Ein Modell könnte damit einschätzen, wie Zellen auf einen Eingriff reagieren, und Forschenden Hinweise geben, welche Fragen sich im Labor weiter untersuchen lassen.

Zu den geplanten Technologien gehören Kryo-Elektronentomografie, mit der sich Strukturen im Zellinneren nahezu atomar auflösen lassen, sowie Mikroskopie, die Millionen bis Milliarden Zellen in lebendem Gewebe abbilden soll. Außerdem sind Werkzeuge vorgesehen, mit denen sich biologische Systeme auf molekularer, zellulärer, Gewebe- und Organismenebene gezielt verändern lassen. Das sind Bausteine für künftige Forschung und Modelle.

Datenzugang und berichtete Zeitziele

Biohub beschreibt die geplante Datenressource als offen. Nach der Darstellung von Alex Rives, Wissenschaftsleiter bei Biohub, sollen kommerzielle Partner auf die von ihnen entwickelten Daten zunächst ein Jahr exklusiv zugreifen können, bevor diese öffentlich zugänglich werden. Für parallel laufende, staatlich finanzierte Arbeiten soll diese Beschränkung nicht gelten.

Rives nannte als Ziel einen ersten großen Datensatz in etwa einem Jahr und prädiktive Modelle innerhalb von fünf Jahren. Die Initiative zielt darauf, biologische Reaktionen rechnerisch besser vorherzusagen und damit künftige Laborforschung zu unterstützen.