Die britische Competition and Markets Authority (CMA) veröffentlichte am 20. Oktober 2026 einen Vorschlag, der Drittentwicklern Zugang zu den NFC-Funktionen von iPhones ermöglichen soll. Die Konsultation läuft noch. Bis zu einer Entscheidung bleiben Apples bestehende Zugangsbedingungen in Kraft. Die CMA hat die Konsultation zu iPhone-NFC für ihre mobile Plattform im Vereinigten Königreich eröffnet.
Welche Zugangsregeln die CMA vorschlägt
Der Entwurf sieht zwei Wege vor: Host Card Emulation (HCE) nutzt Software und Gerätehardware außerhalb des Secure Element (SE). Das SE ist eine im Gerät eingebettete Sicherheitskomponente. Entwickler könnten je nach Anwendung einen oder beide Zugangswege beantragen.
| Bereich | Vorgeschlagene Regel | Mögliche praktische Folge |
| NFC-Zugang | Apple soll Zugang über HCE und SE ermöglichen. | Entwickler könnten den für ihre Anwendung passenden Weg beantragen. |
| Gebühren | Apple dürfte Gebühren verlangen. Die Bedingungen sollen fair, angemessen, transparent und diskriminierungsfrei sein. | Die CMA nennt Grundsätze wie Kosten- und Wertorientierung, Flexibilität und einfache Verwaltung, setzt aber keinen festen Tarif fest. |
| Anträge und Beschwerden | Apple soll Zugangsbedingungen und ein Verfahren mit Fristen veröffentlichen sowie ein Beschwerdeverfahren einrichten. | Entwickler hätten klarere Verfahrensschritte und eine Anlaufstelle bei Streit über den Zugang. |
| Geschäftsinformationen | Der Entwurf sieht Schutz für wirtschaftlich sensible Informationen von Entwicklern vor. | Apple müsste diese Informationen im Rahmen der vorgeschlagenen Regeln schützen. |
| Standard-App | Nutzer könnten eine autorisierte Drittanbieter-App als Standard für kontaktlose Zahlungen festlegen. Eine API soll Entwicklern den Standardstatus ihrer App anzeigen. | Drittanbieter könnten ihre App als Standard anbieten; Nutzer hätten eine zusätzliche Wahlmöglichkeit. |
| Ausnahmen und iOS-Funktionen | Apple könnte den Zugang in bestimmten Fällen verweigern oder unterbrechen, etwa bei Verstößen gegen Recht oder Branchenstandards und bei schwerwiegenden Sicherheits-, Datenschutz- oder Integritätsrisiken. Der Entwurf sieht außerdem Zugang zu ausgewählten unterstützenden iOS-Funktionen vor. | Entwickler könnten Funktionen für Anwendungsfälle ähnlich Express Mode oder Power Reserve entwickeln, müssten aber die vorgesehenen Zugangsbedingungen erfüllen. |
Die Gebührenregeln schreiben weder kostenlosen Zugang noch eine bestimmte Gebührensenkung vor. Das Konsultationsdokument der CMA überlässt Apple die Möglichkeit, Gebühren zu erheben, und bindet sie an die vorgeschlagenen Grundsätze.
Was sich für iPhone-Nutzer ändern könnte
Der Entwurf würde die Wahl einer Standard-App für kontaktlose Zahlungen ermöglichen. Nutzer könnten dafür eine autorisierte Drittanbieter-App festlegen; Apple Pay wird im Vorschlag nicht als abzuschaffender Dienst behandelt. Die API soll Entwicklern prüfen lassen, ob ihre App als Standard eingestellt ist. Der Entwurf sieht zudem vor, dass Apple API-Aufrufe und Hinweise zum Wechsel der Standard-App nicht begrenzt.
Die CMA bewertet die Sicherheit der beiden Zugangswege vorläufig: Mit geeigneten Schutzmaßnahmen könnten HCE und SE für Zahlungen sicher eingesetzt werden. Für manche Nichtzahlungsanwendungen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen könne das SE Vorteile bieten. Apple wandte ein, die CMA solle keinen Ansatz vorschreiben, der aus Sicht des Unternehmens geringere Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen bietet.
Die Konsultation endet am 17. November 2026 um 23:59 Uhr. Bis dahin können Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Regeln eingereicht werden.