Anthropic berichtete am 16. Oktober 2026, dass Claude Mythos 5 für einen Reed-Solomon-Decoder der Decoded Quantum Interferometry (DQI) einen anderen Algorithmus nutzte und die meisten temporären Werte rekonstruierte, statt sie zu speichern. Der Entwurf kam mit einer Reserve von 19 Qubits aus; eine Reserve für den Worst Case hätte laut Anthropic 665 Qubits erfordert. Anthropics Forschungsbericht beschreibt den Ansatz und die zugehörigen Simulationen.
Wie Claude den Decoder umbaute
Der vorherige Decoder verwendete den erweiterten euklidischen Algorithmus. Weil dessen Operationsfolge von der Eingabe abhängt, lässt er sich nur umständlich als fester reversibler Quantenschaltkreis umsetzen. Claude wechselte laut Anthropic zum Berlekamp–Massey-Verfahren und berechnete die meisten Zwischenwerte aus dem aktuellen Schaltkreiszustand zurück, statt sie durchgehend im Speicher vorzuhalten.
Anthropic berichtet für den DQI-Reed-Solomon-Decoder außerdem von einer zwölfmal niedrigeren Anzahl an Gattern als bei der vorherigen Konstruktion. Die geringere Speicherreserve und die Gatterzahl sind unterschiedliche Ressourcenmaße: Der Entwurf spart Speicher, indem er Werte bei Bedarf rekonstruiert, statt sie vorsorglich abzulegen.
Was die 19-Qubit-Reserve bedeutete
Die Reserve von 19 Qubits war für einen einzelnen außergewöhnlichen gespeicherten Wert vorgesehen. In etwa einer von 10.000 Decodierungen benötigte der Entwurf mehr Speicher als reserviert. Anthropic zufolge trat das bei 403 Millionen simulierten Beispiel-Decodierungen auf; die Häufigkeit lag innerhalb der für diese Aufgabe erlaubten Fehlerrate.
Der Vergleich mit 665 Qubits bezieht sich auf eine Reserve für den Worst Case. Die kleinere Reserve setzt also darauf, dass der zusätzliche Speicherbedarf selten bleibt. Anthropic berichtet diese Häufigkeit als Ergebnis der Simulation des Decodierens.
Ein Decoder in einer größeren Schaltkreisstudie
Claude schlug Schaltkreiscode vor, den ein programmatischer Evaluator auf Korrektheit prüfte und anhand der Ressourcen bewertete. Das Modell konnte dieses Feedback für weitere Entwürfe verwenden. Die Untersuchung galt dem Entwurf von Quantenschaltkreisen und ihrer softwaregestützten Bewertung.
Das am 15. Oktober 2026 bei arXiv eingereichte Preprint fasst Ergebnisse aus acht Rechenaufgaben zusammen. In sieben davon sanken laut Abstract sowohl die Zahl der Toffoli-Gatter – einer speziellen Gatterart – als auch die benötigte Qubit-Zahl deutlich. Für die achte Aufgabe, die modulare Inversion, beschreibt der Abstract eine neue reversible Architektur mit einem verbesserten Verhältnis zwischen diesen Ressourcen. Der arXiv-Eintrag führt die Arbeit als Preprint.
Anthropic ordnet das Schaltkreisdesign als einen von mehreren Bausteinen für einen nützlichen Quantencomputer ein.