Die spanische Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia (CNMC) eröffnete am 3. November 2026 ein neues Sanktionsverfahren gegen Apple und Amazon. Es geht um den Vorwurf, die Unternehmen hätten eine Anordnung aus dem Jahr 2023 verspätet umgesetzt. Für die Untersuchung und Entscheidung sind höchstens drei Monate vorgesehen.
Was die CNMC untersucht
Die Anordnung von 2023 betraf Vereinbarungen, die den Verkauf von Apple-Produkten auf dem spanischen Amazon-Marktplatz und die Werbung für konkurrierende Marken einschränkten. Nach Angaben der CNMC wurden die betreffenden Klauseln erst im Mai 2025 entfernt. Am 1. Oktober 2025 stellte der CNMC-Rat laut den damals veröffentlichten Berichten einen Verstoß gegen die frühere Entscheidung fest. Das nun eröffnete Verfahren betrifft den mutmaßlichen Verzug bei der Umsetzung.
Die CNMC fasste die früheren Beschränkungen in drei Bereiche: Welche Händler Apple-Produkte auf Amazon Spanien anbieten durften, an welchen Stellen dort Werbung für konkurrierende Marken erscheinen durfte und wie Amazon Käufer von Apple-Produkten mit Kampagnen für einen Wechsel zu anderen Marken ansprechen konnte. Solche gezielten Kampagnen waren während der Vereinbarung und bis zu zwei Jahre nach ihrem Ende ohne schriftliche Zustimmung von Apple untersagt.
Laut Zusammenfassung der CNMC-Entscheidung von 2023 waren mehr als 90 Prozent der Händler ausgeschlossen, die Apple-Produkte auf Amazon Spanien verkauften. Die Zahl sank demnach von mehr als 1.000 Händlern auf weniger als 15 zugelassene Anbieter, Amazon eingeschlossen. Im November 2021 ließ Apple weitere autorisierte Händler zu; nicht autorisierte Anbieter blieben ausgeschlossen.
Die Verfahren und die Geldbußen im Überblick
Apple und Amazon unterzeichneten die Vereinbarungen am 31. Oktober 2018. Am 12. Juli 2023 verhängte die CNMC Geldbußen von insgesamt 194,15 Millionen Euro: 143,64 Millionen Euro gegen die Apple-Gruppe und 50,51 Millionen Euro gegen die Amazon-Gruppe. Die neue Untersuchung ist ein eigener Verfahrensschritt nach der 2023er Entscheidung und der 2025er Feststellung.
Was Apple und Amazon dazu sagen
Apple erklärte, das Unternehmen habe die Anordnung stets eingehalten, und widersprach der Eröffnung des neuen Verfahrens. Amazon sagte, es habe gegen die Entscheidung vom 1. Oktober 2025 Berufung eingelegt. Das Unternehmen bestreitet außerdem die Einschätzung, es profitiere davon, Händler auszuschließen, und erklärte, sein Geschäftsmodell hänge vom Erfolg der Verkäufer ab.
Am 3. November 2026 waren laut den veröffentlichten Angaben sowohl die Berufung gegen die Geldbuße von 2023 als auch die gegen die Feststellung von 2025 bei der Audiencia Nacional anhängig. Das neue Verfahren soll innerhalb von höchstens drei Monaten untersucht und entschieden werden.