Bei CUDA auf RISC-V übernimmt ein RISC-V-Prozessor die Hostrolle: Er führt Betriebssystem, Treiber und Anwendung aus, während eine NVIDIA-GPU die CUDA-Kernels berechnet. Die berichteten Host-Anforderungen zielen auf Serverplattformen; SiFive demonstrierte den Ansatz 2026 mit dem BigSky SF-2U870.
Was CUDA auf einem RISC-V-Host bedeutet
RISC-V ist eine Befehlssatzarchitektur, also ein Satz von Anweisungen, den ein Prozessor ausführt. In diesem System läuft darauf die Hostsoftware. CUDA ist NVIDIAs Plattform für GPU-Berechnungen; die parallelen Rechenroutinen, sogenannte Kernels, werden von der NVIDIA-GPU ausgeführt.
NVIDIA kündigte 2025 die Absicht an, CUDA auf RISC-V-Hostsysteme zu bringen. 2026 zeigte SiFive einen konkreten Einsatz auf einem RISC-V-Server. Das ändert die Architektur des Hosts, nicht die Rolle der GPU als Beschleuniger.
Welche Anforderungen für den Host berichtet werden
Der technische Bericht von Chips and Cheese über NVIDIAs Präsentation bei Hot Chips 2026 nennt unter anderem diese Anforderungen an einen RISC-V-Host:
| Anforderung | Aufgabe im System | Praktische Bedeutung |
| RVA23 sowie Spezifikationen für RISC-V-Server-SoCs und Serverplattformen | Legen eine gemeinsame Basis für Prozessor und Serverplattform fest. | Ein CUDA-Host soll auf einer standardisierten Serverplattform statt auf beliebiger RISC-V-Hardware aufbauen. |
| ACPI und Boot and Runtime Services (BRS) | ACPI unterstützt die Hardware-Erkennung sowie die Verwaltung von Energie, Leistung und Temperatur. BRS umfasst Boot- und Laufzeitdienste. | Firmware und Betriebssystem können die Serverplattform anhand dieser Schnittstellen verwalten. |
| Vektorerweiterungen mit Predication | NVIDIA führte sie als nützlich an, um Verzweigungen zu vermeiden. | Sie gehören zu den gemeldeten Prozessoranforderungen für den Host. |
| PCIe-I/O-Kohärenz | Hält die Speichersichten von CPU und GPU bei DMA-Transfers konsistent. | Ohne Hardware-Kohärenz können veraltete Cachewerte auftreten; dann muss Software Cacheeinträge selbst invalidieren. |
| PCIe Peer-to-Peer | Ermöglicht direkte Übertragungen zwischen Geräten. | Daten müssen nicht erst über den Hostspeicher geleitet werden, was einen zusätzlichen Synchronisierungsschritt vermeidet. |
RISC-V International ratifizierte das Profil RVA23 im Oktober 2024. Die Kohärenz- und Peer-to-Peer-Anforderungen betreffen unterschiedliche Teile des Datentransfers: Die eine hält CPU- und GPU-Speicherzustände aufeinander abgestimmt, die andere verkürzt den Weg zwischen Geräten.
Was BigSky SF-2U870 konkret demonstriert
SiFive kündigte am 24. August 2026 an, dass sein BigSky SF-2U870 CUDA mit einem RISC-V-System als Head-Node für LLM-Workloads auf NVIDIA-GPUs ausführt. Der Server ist mit 32 SiFive-P870-D-Kernen mit 2,0 GHz und 256 GB DDR5-5600 ausgestattet. Zur angekündigten Konfiguration gehören außerdem:
- vier PCIe-Gen5-x16-Anbindungen mit insgesamt 64 Lanes sowie eine PCIe-Gen3-x4-Anbindung
- zwei U.2-NVMe-SSDs mit je 7,68 TB
- eine OCP-3.0-Netzwerkkarte mit 10/25 Gb
SiFive nannte Ubuntu 26.04 LTS und Red Hat RHEL 10 als ab Werk unterstützte Betriebssysteme für BigSky. Das macht die Plattform zu einem konkreten Serverbeispiel für die berichteten Host-Anforderungen.
Am 25. September 2026 veröffentlichte SiFive eine englischsprachige Demonstration mit LLaMA.cpp und Gemma 4. Sie zeigt einen CUDA-Inferenzlauf auf dem BigSky-System.
Der gezeigte Einsatz ist eine konkrete LLM-Inferenz auf einem RISC-V-Host mit NVIDIA-GPU.