David Gewirtz entwickelte Icon Gallery ’97 mit Claude Desktop und Claude Code. Nach eigener Darstellung schrieb er dabei keinen Code, gab Claude Code aber 502 Einzelanweisungen über vier aktive Tage. Zu seinem Bericht gehören außerdem Tests, Fehlersuche, der Schutz der Icon-Dateien und die Vorbereitung der App-Store-Einreichung.

Ein wiedergefundenes Icon-Archiv wird zur App

Ausgangspunkt war eine alte Sammlung von Mac-Icons. Gewirtz zufolge enthielt eine wiedergefundene Macromedia-Director-Datei 2.338 Icons. Claude habe daraus in vier Minuten und 30 Schritten mehr als 2.000 PNG-Dateien extrahiert.

Die Sammlung ging auf eine 1997 entstandene, dreibändige Icon-Kollektion mit mehr als 2.000 farbigen Motiven im Format 32 × 32 Pixel zurück. Aus der Idee, die Icons durchsuchbar und in der Größe veränderbar zu machen, entstand die Mac-App. Gewirtz zufolge enthielt das fertige App-Paket 2.146 Icons.

Icon Gallery ’97 sollte die Motive durchsuchen, skalieren und umfärben sowie Favoriten und Sammlungen verwalten und Icons exportieren. Die berichtete Größenanpassung reichte von 32 × 32 bis 1.024 × 1.024 Pixeln.

502 Anweisungen statt Einmal-Prompt

Gewirtz sagt, er habe Claude Code an vier aktiven Tagen 502 einzelne Anweisungen gegeben. Das waren keine vier durchgehenden Vollzeitarbeitstage. Der Ablauf war also deutlich kleinteiliger als eine einzelne Eingabe mit anschließend fertiger App: Funktionen wurden ergänzt, geprüft und überarbeitet.

Die beiden Icon-Zahlen gehören zu verschiedenen Schritten des Projekts: 2.338 Motive in der wiedergefundenen Datei und 2.146 im App-Paket. Gewirtz beschreibt nicht im Einzelnen, wie sich die Sammlungen voneinander unterscheiden.

Tests und Fehlersuche gehörten dazu

Gewirtz berichtet, die Icon-Dateien in einer verschlüsselten, verschleierten Datei gebündelt und Motive bei Bedarf daraus entschlüsselt zu haben. Um die Fehlererkennung zu prüfen, habe er Kopien absichtlich beschädigt und die entschlüsselten Ausgaben mit den Originaldateien verglichen.

Auch die Leistung erforderte Nacharbeit. Beim Scrollen wurden nach Gewirtz’ Darstellung vollständige Bilder für die Vorschau verkleinert. Außerdem stieß er auf einen Codepfad, der das Fenster bei einer Größenänderungsanfrage 482-mal neu aufbaute. Die Zahlen beschreiben Beobachtungen aus diesem Projekt; Gewirtz berichtet von keiner standardisierten Leistungsmessung.

Die App-Store-Vorbereitung blieb Handarbeit

Für die Einreichung entfernte Gewirtz nach eigener Darstellung unter anderem ein Caterpillar-Logo, ein Gesicht, das Charlie Brown ähnelte, und Schusswaffen-Icons. Außerdem prüfte er nach eigener Darstellung, ob sein Unternehmen die ursprünglichen Motive erstellt hatte und sein heutiges Unternehmen dessen Rechtsnachfolger war.

Die Werbegrafiken für den App Store gestaltete Gewirtz nach eigener Darstellung von Hand in Photoshop; dafür brauchte er drei Tage. Claude, Gemini und ChatGPT hätten ihm für diese Aufgabe keine passenden Ergebnisse geliefert.

Auch bei TestFlight beschreibt Gewirtz einen Rückschlag: An einem Mittwoch habe er 21 Versionen hochgeladen, bevor Apple den 22. Upload ablehnte und eine Wartezeit von einem vollen Tag verlangte. Diese Verzögerung habe das Projekt um einen Tag verschoben. Apple nahm die App laut Gewirtz vier Tage nach der Einreichung an.