Trotz der Verzögerungen, Budgetproblemen, drohenden Absagen, technischen Zweifeln und letzten Überraschungen ist das James-Webb-Weltraumteleskop nun an seinem optimalen Standort angekommen und bereit für seine außergewöhnliche Mission. Mit offiziellen Veranstaltungen im Weißen Haus und Live-Streams haben die NASA und die ESA eine Auswahl von fünf Bildern geteilt, die das Teleskop aufgenommen hat, darunter das älteste und detaillierteste Bild unseres Universums bisher.
Und eines Tages sagte das James-Webb-Teleskop zum Universum: „Lächle!“ Vom Präsidenten Biden bis zum Google-Doodle feiern alle die Anfangsphase dieses phantastischen Projekts. Logischerweise war die offizielle Präsentation nicht ohne Zwischenfälle (der Livestream der NASA war problematisch, sozusagen), aber am Ende hat es sich gelohnt. Die ersten Bilder von James Webb sind jetzt da, und sein Abenteuer begann mit diesem Bild:
«Webb's First Deep Field»
Webb's First Deep Field ist das erste operationelle Bild des Teleskops und zeigt uns die Galaxienansammlung SMACS 0723. Es ist das älteste und hochauflösendste Bild des tiefen Universums, das wir bisher erhalten haben, und das erste in Falschfarben. Die Komposition wurde aus Bildern erzeugt, die bei verschiedenen Wellenlängen aufgenommen wurden, und wir können sehen, wie die Masse des Haufens einen Gravitationslinseneffekt erzeugt. Der beobachtete Himmelsausschnitt entspricht einem Sandkorn, das eine Person mit ausgestrecktem Arm auf der Erde hält.
Atmosphärische Zusammensetzung von WASP-96b
WASP-96b ist ein Exoplanet, der den Stern WASP-96 umkreist, ein Gasriese mit der halben Masse des Jupiter, etwa 1.150 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das James-Webb-Teleskop kann das Vorhandensein von Gasmolekülen anhand kleiner Helligkeitsschwankungen in bestimmten Lichtfarben erkennen, und seine Messung von WASP-96b ist die detaillierteste ihrer Art. Das Ergebnis zeigt deutlich Wasserdampf... aber es ist Wasserdampf in 1.150 Lichtjahren Entfernung.
Südlicher Ringnebel
Auch bekannt als NGC 3132, ist dieser Nebel einer der am besten untersuchten und befindet sich 2.000-2.500 Lichtjahre entfernt. Das linke Bild wurde mit dem NIRCam-Modul (Near-Infrared Camera) aufgenommen, rechts sehen wir das Ergebnis des MIRI-Moduls (Mid-Infrared Instrument), das ein neues Detail bestätigt: Der zweite Stern in der zentralen Konfiguration ist von Staub bedeckt. Das Gesamtbild zeigt eines der spektakulärsten Beispiele für Sternentod. Wie die NASA sagt, manche Sterne bewahren das Beste für den Schluss.
Stephans Quintett
Das neue Bild von Stephans Quintett kann nur als massiv beschrieben werden: Wir haben eine Rekonstruktion aus fast tausend Einzelbildern, das größte Mosaik, das das Teleskop bisher erstellt hat. Wir beobachten diese Gruppe seit mehr als 120 Jahren, aber die Details, die Webb liefert, sind beispiellos, mit Regionen aus Millionen junger Sterne und riesigen Schweifen aus Staub und Gas, die die Galaxien durch gravitative Wechselwirkung ausgestoßen haben.
Carinanebel
Vielleicht kennen einige Leser sie als Carinanebel oder NGC 3372. Die NASA identifiziert diese Region aus „Tälern“ und „Bergen“ mit der Bezeichnung NGC 3324, «Los Acilados Cósmicos», und enthüllt zum ersten Mal bisher unsichtbare Regionen der Sternentstehung. Das Bild wirkt stellenweise dreidimensional, und jeder der „Gipfel“ ist etwa sieben Lichtjahre hoch. Die „Höhlen“ entstehen durch ultraviolette Strahlung und Winde junger Sterne.
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