Sehen, Schmecken, Hören, Riechen und Tasten – das sind die fünf Sinne am häufigsten genannten, die uns helfen, die Welt auf ganz besondere Weise wahrzunehmen. Doch wer sie für die einzigen Sinne hält, liegt technisch gesehen falsch. Experten sind sich einig, dass der Mensch mindestens vier weitere Sinne besitzt, die klar definierte Aufgaben haben.

Die geheimen Sinne des Menschen
Fünf Sinne

Einige Quellen deuten darauf hin, dass das klassische Modell der fünf Sinne auf das Gedicht „Cursor Mundi“ aus dem Jahr 1300 zurückgeht, das wiederum mit den „fünf Elementen“ des Aristoteles in Verbindung gebracht wird: So stammt das Sehen vom Feuer, das Hören vom Äther, das Riechen von der Luft, das Schmecken vom Wasser und das Tasten von der Erde. Im Mittelalter wurde dies um die „fünf geistigen Fähigkeiten“ erweitert, die gemeinhin als Gemeinsinn, Vorstellungskraft, Fantasie, Instinkt und Gedächtnis bezeichnet werden. Das Problem ist, dass diese alten Deutungen der modernen wissenschaftlichen Strenge nicht standhalten. Der Mensch hat mehr als fünf Sinne – und die wollen wir uns heute ansehen:

Die anderen Sinne des Menschen

Der erste davon ist die Propriozeption, das Wissen um unseren Körper und die Lage seiner einzelnen Teile. Erinnerst du dich an die klassische Szene aus Serien und Filmen, in der ein Polizist eine betrunkene Person bittet, die Augen zu schließen und sich die Nase zu berühren? Das Ziel ist es, ihre Propriozeption zu testen, denn Alkohol beeinträchtigt diesen Sinn.

Danach kommen zwei eng miteinander verbundene Sinne: die Thermorezeption und die Nozizeption. Die erste hilft uns, Temperaturen und deren Unterschiede wahrzunehmen, und wird in zwei Arten von Rezeptoren oder Sensoren unterteilt (Kälte und Wärme). Das Video zeigt, dass diese Rezeptoren innerhalb eines bestimmten Schwellenwerts arbeiten (zwischen 20 und 40 Grad Celsius), während die übrigen Temperaturen mehr oder weniger als Schmerz interpretiert werden – was uns zur Nozizeption führt. Es gibt drei Arten von Rezeptoren zur Schmerzwahrnehmung: kutane, somatische und viszerale.

Schließlich erreichen wir den sehr wichtigen Gleichgewichtssinn, und wir finden zusätzliche Referenzen wie das Hungergefühl und das Zeitgefühl. Die Wissenschaft arbeitet weiter daran, neue Sinne zu entdecken, die bestehenden besser zu verstehen und vielleicht auch andere neu zu klassifizieren, aber eines ist sicher: Die traditionelle Struktur der fünf Sinne ist veraltet.