Erinnert ihr euch an Pandora? Ihr offizielles Marktdebüt feierte sie im Jahr 2010, und obwohl ihre Entwicklung mit vielen Problemen verbunden war, zeigte sie, dass die Veröffentlichung einer Open-Source-Konsole nicht unmöglich ist. Jetzt hat Pandora eine Art Erben: das Projekt DragonBox Pyra, das sein Profil auf das eines „Taschencomputers“ mit integrierter Tastatur und 2 GB RAM anhebt.
Es gibt verschiedene Gründe, warum wir ein Smartphone als „Taschencomputer“ bezeichnen können. Alle Grundfunktionen sind vorhanden, nur dass sie in einer spezialisierten Umgebung ausgeführt werden, und warum auch nicht, geschlossen. Aber die ursprüngliche Idee eines „Taschencomputers“ erinnert uns an Geräte wie die alten Nokia Communicator oder den Sony Vaio VGN-P50 (und seine Varianten). Eine physische Tastatur ist unvermeidlich, aber es hat den Anschein, dass niemand will das heutzutage. Trotzdem gibt es immer eine unabhängige Entwicklung, die bereit ist, die Bedürfnisse einer kleinen Nutzergruppe zu erfüllen, und so begegnen wir dem DragonBox Pyra. Dieses Projekt ist der Nachfolger der Open-Source-Konsole Pandora und übernimmt einige ihrer wichtigsten Eigenschaften.
Was im Video zu sehen ist, ist nur ein Prototyp ohne Software-Optimierungen (weshalb die Leistung im Video so gering ist), aber die wichtigsten Hardware-Parameter sind bereits bekannt: SoC Texas Instruments OMAP5432 Dual-Core mit 1,5 GHz, 2 GB RAM, 5-Zoll-Touchscreen mit 720p-Auflösung, drei Speicherkartensteckplätze (einer davon intern), WLAN n und Bluetooth, drei USB-Anschlüsse (einer davon OTG), ein Micro-HDMI-Anschluss für einen externen Monitor, ein 3G/4G-Modul (optional) und ein Akku mit 6.000 mAh.
Auch wenn es Gründe gibt, sich über den DragonBox Pyra zu freuen, gibt es Details in seiner Entwicklungslinie, die Fragen aufwerfen. Erstens ist die Entscheidung der Entwickler, den OMAP5432 zu wählen, sehr auffällig (ich vermute eine Frage der Dokumentation), da es sich um einen SoC ohne offizielle Unterstützung handelt, denn Texas Instruments hat sich im September 2012 vom Markt zurückgezogen. Zweitens kommen wir zum Preis. Wir wussten schon immer, dass Open-Source-Projekte mit geringem Volumen und parallel zum traditionellen Markt mit einem gewissen Aufpreis versehen sind, und was den DragonBox Pyra betrifft, so beträgt er 1.400 Euro für die ersten 18 Prototypen… oder sollte ich sagen „war“, denn sie sind bereits ausverkauft. Zusammenfassend: Der Pyra hat noch einige scharfe Kanten, aber wir werden ihn selbstverständlich aufmerksam verfolgen.