Die Technologie macht wahre Wunder bei der Entwicklung von Prothesen. Was vor ein paar Jahrzehnten noch Science-Fiction war, kann heute die Lebensqualität vieler Patienten weltweit verbessern. Doch das Third Thumb der Studentin Dani Clode will das Optimierungspotenzial einer Prothese aufzeigen, wenn sie von jemandem mit intakten natürlichen Fähigkeiten genutzt wird. Denken wir einen Moment nach: Was könnten wir mit einem zusätzlichen Daumen tun…?
Die Idee: Ein zusätzlicher Daumen
Einige Tiere besitzen die außergewöhnliche Fähigkeit, Beine, Pfoten, Krallen, Schwanz, Nase und Zunge zu kontrollieren, aber der Mensch hat sich durch seine Hände sehr deutliche Vorteile verschafft, auch wenn er nicht das einzige Lebewesen mit fünf Fingern ist. Finger und Hände durch Unfälle oder Krankheiten zu verlieren, ist eine wahre Tragödie. Medizin und Technologie tun alles, um diesen Verlust auszugleichen. Dabei gibt es ein interessantes Detail: Das Wort „Prothese“ stammt vom griechischen „prósthesis“, was „Hinzufügung“ bedeutet – und vielleicht ist das eine bessere Beschreibung für das, was wir hier sehen: das Projekt Third Thumb.
So funktioniert das Third Thumb
Das Third Thumb ist ein motorisierter künstlicher Daumen, entwickelt von der Studentin Dani Clode am Royal College of Art. Das Steuerungssystem basiert auf Drucksensoren, Batterien und einer Bluetooth-Verbindung und wird an den Füßen des Benutzers angebracht. Je nach Befehl bewegt oder schließt sich als Gegenspieler zum natürlichen Daumen. Mit ausreichend Training kann der Benutzer diesen zusätzlichen Daumen in alltägliche Handlungen einbeziehen, etwa beim Bedienen eines Tablets, beim Auspressen von Zitronen oder sogar beim Spielen eines Instruments. Der Third Thumb wurde mit NinjaFlex-Filament gedruckt, dessen Hauptmerkmal seine Flexibilität ist.
https://www.youtube.com/embed/WH-rTc1-jhIProthesen neu gedacht
Clodes Ziel ist es, die herkömmliche Vorstellung einer Prothese herauszufordern, die automatisch mit behinderten Menschen in Verbindung gebracht wird. Statt als Werkzeug zum Ersatz eines verlorenen Gliedes oder zum Ausgleich eines Defizits zu dienen, schlägt Clode vor, die Diskussion über eine Prothese zu führen, die den Menschen optimiert. Die Reaktion der Benutzer auf den neuen Daumen ist sehr interessant, aber persönlich bin ich überzeugt, dass seine Steuerungsplattform neben den Füßen auch andere Optionen erkunden muss. Warum nicht den natürlichen Daumen „spiegeln“?