Am 6. November 2026 berichtete die San Antonio Express-News, dass ERCOT untersucht, ob Entwickler geplante Rechenzentrumsprojekte verkleinert haben, um unter der Schwelle von 75 Megawatt (MW) zu bleiben. Projekte unterhalb dieser Grenze können sich laut Bericht direkt über Versorgungsunternehmen um einen Netzanschluss bemühen; ab 75 MW greift das beschriebene ERCOT-Prüfverfahren für große Lasten.
Was die 75-MW-Schwelle für den Netzanschluss bedeutet
Der Bericht beschreibt zwei Anschlusswege: Mittelgroße Lasten können sich direkt an Versorgungsunternehmen wenden, während größere Vorhaben unter ERCOTs Prüfung für große Lasten fallen.
| Lastkategorie | Leistung | Beschriebener Anschlussweg |
| Mittelgroße Lasten | 25 MW bis knapp unter 75 MW | Anschluss über Versorgungsunternehmen |
| Große Lasten | Ab 75 MW | Prüfung durch ERCOT |
Laut Bericht stellte ERCOT eine Häufung von Projekten im Bereich zwischen 60 und 74,9 MW fest. Chad Seely, ein ERCOT-Manager, bezifferte die mittelgroßen Projekte, die über Versorgungsunternehmen einen Anschluss anstrebten, auf knapp 10 GW.
ERCOT richtete 132 Informationsanfragen an Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber. Sie betrafen Größe und Standort der mittelgroßen Projekte sowie ihren geplanten Zeitpunkt der Zuschaltung.
Für die Einordnung der Zahlen zählt, zu welchem Verfahren sie gehören: Die 132 Anfragen betreffen die Schwellenprüfung, die 177 GW einen separaten Projektfragebogen.
Batch Zero ist eine separate Prüfung
Neben der Untersuchung rund um die 75-MW-Grenze beschreibt der Bericht ein separates Audit großer Lasten im ersten Batch-Zero-Verfahren. Die erste Abfragerunde ging im September an mehr als 257 Entwickler; laut Bericht antworteten alle. ERCOT wertete rund 5.100 Fragen und Antworten aus. Eine zweite Runde sollte etwa 80 Prozent der Entwickler erreichen, mit einer Antwortfrist von fünf Werktagen.
Ein eigener Fragebogen zu Auswirkungen auf Gemeinden bezog sich auf rund 465 Projekte. 433 Projekte antworteten; 32 Entwickler mittelgroßer Projekte taten das nicht. Die Antworten der 433 Projekte standen für 177 GW beantragter Anschlusskapazität. Das ist geplante Kapazität, keine bereits realisierten Projekte.
Eine frühere NeoTeo-Einordnung behandelte die Texas-Pause im Zusammenhang mit US-Moratorien. Die hier beschriebene Schwellenprüfung betrifft ERCOTs Netzanschlussverfahren.
Welche Folgen ERCOT für möglich hält
Seely zufolge könnte die Untersuchung dazu führen, dass die Public Utility Commission of Texas (PUC) Anforderungen für Lasten unter 75 MW erwägt. Er verwies zudem auf mögliche Risiken für Netzplanung und Netzbetrieb, falls mehr Rechenzentren unterhalb der Schwelle angeschlossen würden.