Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) genehmigte am 27. Oktober 2026 die Übertragung der von Globalstar und seinen Tochtergesellschaften gehaltenen FCC-Genehmigungen an Amazon. Die Zustimmung ist an die Auflage gebunden, dass Amazon bestimmte Vereinbarungen mit US-Behörden weiterhin einhält. Sie betrifft den regulatorischen Kontrollwechsel, nicht den Abschluss des Unternehmenskaufs.

Welche Genehmigungen die FCC erfasste

Der Beschluss umfasst die Übertragung der FCC-Genehmigungen von Globalstar und seinen Tochtergesellschaften auf Amazon. Dazu gehört auch die US-Marktzugangsgenehmigung für Globalstars C-3-System mit 48 Satelliten.

Amazon muss weiterhin Vereinbarungen aus den Jahren 1999 und 2004 zwischen Globalstar-Unternehmen, dem US Department of War, dem US-Justizministerium und dem FBI einhalten. Diese fortgesetzte Einhaltung ist eine ausdrückliche Bedingung der FCC-Zustimmung.

Der D2D-Antrag und der Kauf sind getrennte Schritte

Die FCC hielt in ihrem Beschluss fest, dass Amazons separater globaler Antrag für ein Satellitensystem zur direkten Verbindung mit Mobilgeräten (Direct-to-Device, D2D) am 27. Oktober noch anhängig war. Die Übertragung der Globalstar-Genehmigungen erteilte diese separate Betriebslizenz nicht.

Amazon und Globalstar erwarteten im April 2026, den Kauf 2027 abzuschließen. Der Zeitplan war an Abschlussbedingungen geknüpft, darunter Meilensteine für Ersatzsatelliten des Typs HIBLEO-4. Die FCC-Zustimmung ist somit ein regulatorischer Schritt innerhalb der geplanten Übernahme, nicht deren Vollzug.

Globalstar-Aktionäre sollten je Aktie zwischen 90 US-Dollar in bar und 0,3210 Amazon-Aktien wählen können; der Wert der Aktienoption war auf 90 US-Dollar je Globalstar-Aktie begrenzt. Insgesamt durften Barwahlen höchstens 40 Prozent der Aktien ausmachen. Bei darüber hinausgehenden Barwahlen sollte der überschüssige Anteil anteilig in Aktien ausgezahlt werden. Wenn bestimmte Betriebsmeilensteine verfehlt würden, konnte sich die Gegenleistung um bis zu 110 Millionen US-Dollar verringern.

Warum die FCC der Übertragung zustimmte

Die FCC sah keinen derzeitigen Wettbewerb zwischen Amazon und Globalstar um dieselben Satellitendienste: Globalstar bot vor allem mobile Satellitendienste und Satellitenkapazität für andere Anbieter an, während Amazon Leo hauptsächlich satellitengestütztes Festnetz-Breitband verfolgte. Die Behörde sah keine horizontalen oder vertikalen Wettbewerbsnachteile durch die Transaktion.

Als mögliche Vorteile nannte die FCC Amazons Einstieg in D2D-Dienste sowie Investitionen in Globalstars bestehendes Satellitennetz. Sie erwartete außerdem mögliche Verbesserungen bei Qualität und Zuverlässigkeit, insbesondere in Gebieten mit unzureichender Versorgung. Das sind Einschätzungen der Behörde zu möglichen Folgen der geplanten Transaktion.

Amazon plante den D2D-Ausbau ab 2028

Amazon kündigte an, ab 2028 mit dem Einsatz seiner nächsten D2D-Satellitengeneration beginnen zu wollen. Geplant sind Sprach-, Text- und Datendienste für Mobiltelefone und andere Mobilfunkgeräte. Der angekündigte Ausbauzeitraum bezieht sich auf diesen künftigen D2D-Plan.