Die Zeit ist so unterteilt, dass sie leicht zu lesen und zu interpretieren ist, während sich angesammelte Fehler mit minimalem Aufwand korrigieren lassen (zum Beispiel das Schaltjahr). Dennoch können diese traditionellen Unterteilungen in bestimmten Umgebungen Probleme verursachen. Immer wieder sind visuelle Künstler und Programmierer gezwungen, auf einer Nanosekunden-Skala zu arbeiten, aber die gängigsten Bildwiederholfrequenzen und Frequenzen spielen nicht ganz mit. Facebook schlägt eine ziemlich kuriose Lösung vor, und sie heißt Flick, ein Zeitmaß, das „kompatibler“ mit Framerates und Audiofrequenzen ist.
Die Definition der Sekunde
Die moderne und offizielle Definition der Sekunde lautet: „die Dauer von 9.192.631.770 Schwingungen der Strahlung, die beim Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustands des Cäsium-133-Isotops emittiert wird“. So gesagt ist die Sekunde viel einschüchternder, als sie scheint, aber das war nicht immer so, denn früher verwendeten wir Bruchteile von Sonnentagen und Mondmonaten, gemessen mit immer präziseren Instrumenten wie Quarzuhren. Die Sekunde allein ist sehr nützlich, aber als sich die Skala unserer Arbeit änderte, haben wir nicht gezögert, sie weiter zu unterteilen. Millisekunden, Mikrosekunden, Nanosekunden… sehr gebräuchliche Begriffe in Hardware (zur Messung von Geschwindigkeit oder Latenz) und bei der Audio- und Videobearbeitung, aber sie verursachen oft Kopfschmerzen. Warum? Weil alle diese Frequenzen und Framerates, die wir heute als „Standard“ betrachten, nicht exakt teilbar sind, so dass Spezialisten in vielen Fällen mit Nanosekunden-Bruchteilen kämpfen müssen. Und hier kommt Facebook mit seinem neuen „Flick“ ins Spiel.
Was ist der Flick?
Funktion des sozialen Netzwerks, Instagram-Filter, Zubehör des Rift, direkter Konkurrent von Netflix? Nichts von alledem: Flick ist eine neue Zeiteinheit, definiert als 1/705.600.000 einer Sekunde. Und die erste Frage, die uns in den Sinn kommt, ist: „Warum hat Facebook den Flick erfunden?“ Da er etwas größer als eine Nanosekunde ist, passt er perfekt zur Darstellung der Dauer eines einzelnen Bildes bei 24 Hz, 25 Hz, 30 Hz, 48 Hz, 50 Hz, 60 Hz, 90 Hz, 100 Hz, 120 Hz und deren Teilungen durch 1.000. Diese Kompatibilität erstreckt sich auch auf Audio, und die offizielle Veröffentlichung nennt 8 kHz, 16 kHz, 22,05 kHz, 24 kHz, 32 kHz, 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz und 192 kHz. Als Beispiel: Ein Bild bei 24 FPS dauert 29.400.000 Flicks, während es in Nanosekunden 41.666.666,666 (periodisch) sind.
Zukunft und Akzeptanz
Ursprünglich 2016 vom visuellen Künstler und Oculus-Mitarbeiter Christopher Horvath vorgeschlagen, ist der Code hinter dem Flick bereits auf GitHub verfügbar, aber der Rest hängt davon ab, wie gut er angenommen wird. Einerseits haben Experten bereits Werkzeuge, um die „Synchronisationsschmerzen“ zu neutralisieren, und andererseits passen sich die Flicks nicht an die NTSC-Variationen (23,976, 29,97, 59,94) an, die der Text als „in jeder Hinsicht ungenau“ bezeichnet. Zusammenfassend: Facebook glaubt, dass die audiovisuelle Welt den Flick braucht. Bald werden wir erfahren, was diese Welt darüber denkt.