Die Europäische Weltraumorganisation ESA berichtete am 20. Oktober 2026, dass das erste Signalerzeugungsmodul für Galileo Second Generation (G2) Prüfungen in Toulouse bestanden hat und nach Friedrichshafen zurückgekehrt ist. Dort befindet sich die Airbus-Defence-and-Space-Anlage, zu der das Modul zurückgebracht wurde.
Wie das Galileo-G2-Signalmodul arbeitet
Das Modul verarbeitet präzise Zeitinformationen der Bord-Atomuhren und erzeugt daraus Navigationssignale für Nutzer auf der Erde. ESA zufolge kann es verschiedene Signale in Echtzeit generieren und im Orbit umprogrammiert werden, um neue Signale zu erstellen.
Als angestrebte Vorteile dieser Flexibilität nennt ESA eine höhere Anpassungsfähigkeit, widerstandsfähigere Signale bei Störungen, eine schnellere Signalerfassung und eine höhere Positionsgenauigkeit.
Drei Systeme, drei unterschiedliche Aufgaben
Bei der in Toulouse geprüften Hardware geht es um ein Bauteil für einen Satelliten. Das GMV-System G2 System Test Bed (G2STB) und der GNSS-Signalsimulator R&S®SMBV100A dienen anderen Aufgaben am Boden. Infoespacial beschreibt das G2STB als Plattform zur Verifikation und Validierung von Galileo-Bodensystemen. Rohde & Schwarz beschreibt den R&S®SMBV100A als Simulator für GNSS-Empfängertests.
| System | Einsatzbereich | Aufgabe |
| Galileo-G2-Signalerzeugungsmodul | An Bord eines G2-Satelliten | Erzeugt Navigationssignale aus Zeitinformationen der Bord-Atomuhren. |
| G2 System Test Bed (G2STB) | Bodenseitige Galileo-Systeme | Unterstützt Verifikation und Validierung sowie Überwachung, Fehlersuche und Experimente. |
| R&S®SMBV100A | GNSS-Empfängertests am Boden | Simuliert GNSS-Signale für Empfängertests. |
Diese Integrationsschritte waren für 2027 vorgesehen
Für 2027 plante ESA, das Signalerzeugungsmodul mit einem Hochfrequenz-Ausgangsmodul (RF) zur Satellitennutzlast zu verbinden und die Nutzlast zu testen. Ebenfalls für 2027 war die vollständige Integration des ersten fliegenden Satellitenmodells vorgesehen.
ESA erwartete, dass in den kommenden Jahren zwölf G2-Satelliten zur bestehenden Galileo-Flotte stoßen würden. In ihrem Update vom 20. Oktober 2026 meldete die Agentur außerdem, dass sich sechs Satelliten in Friedrichshafen in unterschiedlichen Integrationsphasen befanden.