Google baut in und um Visakhapatnam im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh einen KI-Rechenzentrumshub. Den Spatenstich in Tarluvada datierte das Unternehmen auf den 28. April 2026; als Entwicklungspartner nannte Google AdaniConneX und Nxtra by Airtel. CBC berichtet, dass die Arbeiten an drei Standorten voranschreiten; zugleich stehen vor Ort Land, Wasser und mögliche Arbeitsplätze im Mittelpunkt der Debatte. Googles Mitteilung zum Spatenstich

Das Projekt bei Visakhapatnam

CBC beschreibt den Hub als Ein-Gigawatt-Projekt auf drei Flächen mit insgesamt mehr als 600 Acres, also rund 243 Hektar. Der Sender beziffert die auf fünf Jahre angelegte Investition auf 15 Milliarden US-Dollar. Diese Angaben ordnen die Größenordnung des Vorhabens ein; im Alltag vor Ort geht es vor allem um die Nutzung des Landes und die Folgen für die umliegenden Gemeinden.

MerkmalAngabe
StandortIn und um Visakhapatnam, Andhra Pradesh; Spatenstich in Tarluvada
EntwicklungspartnerAdaniConneX und Nxtra by Airtel, von Google genannt
ProjektgrößeEin Gigawatt; drei Standorte mit insgesamt mehr als 600 Acres (rund 243 Hektar), laut CBC
Investition15 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre, laut CBC

Land und Lebensgrundlagen rund um Visakhapatnam

Der englischsprachige CBC-Feldbericht zeigt geräumte Flächen, Protestbilder und Interviews mit Anwohnern.

CBC berichtete, dass am größten der drei Standorte mehr als 260 Acres, also rund 105 Hektar, geräumt würden. Der Landverlust betrifft für einige Anwohner auch die wirtschaftliche Grundlage ihrer Familien. Der Landwirt Bali Narasingha Rao sagte CBC, er habe einen Acre Land verkauft und davon seinen Lebensunterhalt bestritten. Bali Charan Teja, ein 23-jähriger Student des Bauingenieurwesens, erklärte dem Sender, er habe damit gerechnet, das Land seiner Familie zu erben.

Die Stimmen vor Ort sind nicht einheitlich. Deeksha Vanguru, eine Gemeindeorganisatorin, kritisierte den hohen Flächenbedarf des Rechenzentrumsbaus. Der Abgeordnete Sribharat Mathukumilli argumentierte dagegen, das Projekt könne weitere Unternehmen anziehen. Der Softwareentwickler und Unternehmer Sudeep Pillarisetty äußerte die Hoffnung, Google werde indische KI-Start-ups unterstützen. Das sind Einschätzungen und Erwartungen, keine bereits eingetretenen wirtschaftlichen Folgen. CBCs Feldbericht schildert die Bauflächen und die unterschiedlichen Perspektiven der Anwohner.

Wasser, Kühlung und Beschäftigung

CBC beschrieb in seinem Bericht vom 11. Oktober 2026 einen schwachen Monsun und Dürre sowie einen sinkenden Pegel des örtlichen Reservoirs und fallende Grundwasserstände. Die Anwohnerin V. Jyothi begrüßte mögliche Arbeitsplätze, äußerte aber Sorgen wegen der Wasserversorgung. Die Regierung von Andhra Pradesh erklärte, Wasser für Privathaushalte werde nicht umgeleitet.

Google teilte CBC mit, der Standort solle mit einem fortschrittlichen Luftkühlsystem statt mit Wasserkühlung arbeiten. Wasser sei demnach vor allem für Toiletten und Küchen vorgesehen. Außerdem sei die Anlage so ausgelegt, dass der Schall an der Grundstücksgrenze unter 55 Dezibel bleibe. Das sind Angaben zum geplanten Design.

Bei den Arbeitsplätzen stehen unterschiedliche Erwartungen nebeneinander. Laut CBC schätzt die Regierung von Andhra Pradesh, dass das Vorhaben bis zu 150.000 indirekte Stellen in verwandten Technologiebranchen und während der Bauzeit 4.000 Arbeitsplätze pro Jahr schaffen könne. Gegner des Projekts rechnen für den dauerhaften Betrieb dagegen mit Beschäftigten im niedrigen Hunderterbereich, darunter viele in technischen und betrieblichen Dienstleistungen. CBC berichtet zudem von angebotenen Landrabatten und zehnjährigen Vergünstigungen bei Wasser- und Stromtarifen.

Wann Teile des Rechenzentrums anlaufen sollen

CBC zufolge sollen Teile des Hubs 2028 in Betrieb gehen. Data Centre Magazine nennt Juli 2028 als Ziel für die Inbetriebnahme; auch dieser Termin beschreibt den geplanten Zeitrahmen. CBCs Bericht und der Bericht von Data Centre Magazine zum Zieltermin