Die Raspberry-Pi-Plattform hat in Bezug auf Betriebssysteme keine großen Einschränkungen. Die offizielle Seite bietet mindestens ein halbes Dutzend Optionen, angeführt von Raspbian, aber auch die Linux-Community hat nicht herumgesessen. Das einzige System, das noch auf den Zug aufspringen muss, ist Android, aber Google zog es vor, Funkstille zu halten … bis jetzt. Das offizielle AOSP-Repository enthält bereits einen Zweig, der dem Raspberry Pi 3 gewidmet ist, und obwohl er derzeit leer ist, rechnen wir damit, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir kompatiblen Code sehen.
Warum Android auf dem Raspberry Pi?
Die Idee, Android auf Plattformen jenseits mobiler Geräte anzupassen, ist aus zwei Gründen interessant: Erstens das enorme Ökosystem. Auch wenn nicht alle Apps im Store wirklich nützlich sind, so haben doch alle Dienste, die die Öffentlichkeit heutzutage als „essenziell“ betrachtet, eine kompatible App. Zweitens die Zukunft von Android selbst. Version 6.0 hinterließ bei der Einführung des Pixel-C-Tablets keinen guten Eindruck, erhielt aber seitdem mehrere Updates, die kritische Aspekte des Betriebssystems verbesserten, falls es einen Platz auf unseren Schreibtischen haben will. Was steht als Nächstes auf der Android-Liste? Soweit wir feststellen konnten, nichts Geringeres als der Raspberry Pi 3.
Ein leeres Repository mit viel Potenzial
Alles, was bisher verfügbar ist, ist ein leeres Repository, aber es wäre nicht da, wenn Mountain View nicht zumindest Absicht hätte, einige Experimente mit der neuesten Ausgabe des Raspberry Pi durchzuführen. Warum ausgerechnet das neueste Modell? Wenn wir einen Moment darüber nachdenken, sind die Gründe mehr als offensichtlich: Sein SoC ist recht gut dokumentiert, hat vier Kerne und eine akzeptable Frequenz, der RAM beträgt 1 GB, es besitzt WLAN-Konnektivität sowie Bluetooth 4.1, und mit einem microSD-Steckplatz ist der Speicher kein Problem. Theoretisch müssen die Nutzer nur das Image auf eine Karte laden (genau wie bei anderen Betriebssystemen) und den Raspberry Pi starten.
Offiziell, aber ohne Google-Dienste
Überflüssig zu erwähnen, dass die Tatsache, dass der Raspberry Pi 3 offizielle Android-Unterstützung erhält nicht bedeutet, dass Google den Zugang zu seinen Diensten freigibt. Wir wissen bereits, wie das läuft: Android ist Open Source, aber alle Google-Module (einschließlich Google Play Store) sind es nicht. Der Umweg über Sideloading sollte ausreichen, um Apps auf dem Raspberry Pi 3 zu installieren, aber es wäre nicht schlecht, wenn Google uns die Höflichkeit entgegenbrächte und uns den Raspberry Pi 3 wie ein zertifiziertes Gerät nutzen ließe.