Für den 1. Oktober 2026 ist ein Project-Suncatcher-Prototyp an Bord von SpaceX’ Falcon-9-Mitflugmission Transporter-18 vorgesehen. Der gemeinsam mit Planet Labs entwickelte Satellit soll Googles Tensor Processing Units (TPUs) im Orbit erproben. SpaceX nennt ein 58-minütiges Startfenster, das um 11:18 Uhr Pazifikzeit öffnen soll.
Was Google im Orbit prüfen will
Google will Daten dazu sammeln, wie die TPU-Hardware Startbelastungen, Strahlung und thermischen Bedingungen im All standhält. Project Suncatcher ist ein langfristiges Forschungsprojekt: Google untersucht, ob solarbetriebene Satelliten künftig Rechenleistung für maschinelles Lernen bereitstellen könnten.
Welche Belastungen Google am Boden testet
Vor dem geplanten Flug hat Google den Satelliten nach eigenen Angaben auf einem Prüfstand in allen drei Achsen vibrieren lassen. Das Unternehmen nennt Beschleunigungen von bis zu 10 g für das Raumfahrzeug und Belastungen von 50 bis 100 g für einzelne Komponenten als mögliche Anforderungen beim Start.
Google hat Trillium-TPUs außerdem in einem Protonenstrahl getestet. Nach Angaben des Unternehmens überstand die getestete Hardware eine Gesamtdosis ionisierender Strahlung, die über der abgeschirmten Dosis liegt, die Google für eine fünfjährige Mission erwartet.
Kühlung bleibt eine zentrale Aufgabe
Im Vakuum kann Luft keine Wärme von den Chips abführen. Google untersucht deshalb Wärmerohre, Flüssigkeitskreisläufe und Radiatoren, die Wärme durch Strahlung abgeben sollen. Tests in einer Wärme-Vakuumkammer auf der Erde simulieren dafür Bedingungen im All.
Das größere Satellitenkonzept
In Googles vorgeschlagener Architektur sollen Satelliten über optische Laser-Verbindungen Daten austauschen. Ein Prüfstand-Demonstrator mit einem Transceiver-Paar erreichte laut Google 800 Gbit/s in jede Richtung, also insgesamt 1,6 Tbit/s. Eine beispielhafte Modellformation umfasst 81 Satelliten in einer mittleren Höhe von 650 Kilometern.
Google plant mit Planet bis Anfang 2027 eine weitere Lernmission mit zwei Prototyp-Satelliten, um Modelle, TPU-Hardware und optische Verbindungen zu erproben.