Der Grafikkartenmarkt erlebt eine seiner besten Phasen – dank Krypto-Mining, künstlicher Intelligenz und einigen Modellen mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch Nvidia-CEO Jensen Huang glaubt, dass diese Technologie ein noch größeres Schicksal hat.
Während der letzten GPU Technology Conference in China sagte Huang, wir träten in eine Ära „über das Mooresche Gesetz hinaus“ ein, und seine GPUs würden sehr bald herkömmliche Prozessoren ersetzen.
Der Kalte Krieg zwischen CPU und GPU
Der Nutzer sieht keinerlei Rivalität zwischen CPU und GPU. Mit seinem Budget versucht er die ideale Kombination zu finden, das Beste aus beiden Welten zu holen und die Leistung zu genießen. Doch zwischen den Herstellern herrscht so etwas wie ein Kalter Krieg, und genau das betont Nvidia gerne. Natürlich hat das Unternehmen allen Grund dazu: Seine GeForce-Chips sind in jeder Hinsicht beeindruckend, und der Fortschritt im Bereich GPGPU war enorm. Wir sind schon mehrfach auf Gerüchte gestoßen, dass Nvidia sein Wissen in die Entwicklung neuer Prozessoren einbringen könnte – doch wenn wir den jüngsten Worten von CEO Jensen Huang vertrauen, gehört diese Idee der Vergangenheit an. Nvidia will keine CPUs herstellen, sondern sie zu ersetzen.
Huang betrat die Bühne der letzten GPU Technology Conference und sagte, wir befänden uns in einer Ära „über das Mooresche Gesetz hinaus“, die er als annulliert und obsolet bezeichnete. Er betonte, dass die Zahl der Transistoren in einer CPU Jahr für Jahr um 50 Prozent gestiegen sei, die Leistung aber nur um 10 Prozent zugenommen habe. Die Designer von CPUs haben eine immer schwerere Aufgabe, Architekturen für mehr Parallelität zu optimieren, während die Verbesserungen bei GPUs deutlich schneller voranschreiten. Gleichzeitig seien Grafikchips im Bereich der künstlichen Intelligenz besser geeignet – und würden daher sehr bald herkömmliche Prozessoren ersetzen.
Natürlich weist Intel jede Möglichkeit zurück, dass das Mooresche Gesetz tot sei, obwohl die jüngsten Schritte des Unternehmens darauf hindeuten. Der Gigant aus Santa Clara steckt seit vier Architekturen bei 14 Nanometern fest, Cannon Lake wurde auf die zweite Jahreshälfte 2018 verschoben, und niemand schließt weitere Verzögerungen aus. Huangs Aussagen sind sehr interessant, aber Nvidias Technologie braucht weit mehr als bloße Feuerkraft, um die Prozessoren abzulösen. Die Software muss auf ihrer Seite stehen, und x86 wird auf absehbare Zeit nicht verschwinden.