Die Idee, ein Elektromotorrad mit einem traditionsreichen Namen wie Harley-Davidson zu verbinden, mag bei manchen Fans der zwei Räder Alarmglocken läuten lassen. Doch die Firma arbeitet bereits seit zwei Jahren genau daran. Ihr LiveWire-Prototyp überraschte Fachleute und Laien, auch wenn die damalige Technologie ihre Grenzen hatte. Jetzt gibt es die Neuigkeit, dass der LiveWire innerhalb der nächsten fünf Jahre eine kommerzielle Variante bekommen wird.
Der LiveWire-Prototyp
Route 66, Wüste auf beiden Seiten, eine Harley-Davidson zwischen den Beinen und der Wind im Rücken. Wer hat nicht davon geträumt? Ich schon (mehrmals), aber ich bin arm, weit weg von der Route 66, und ich würde mir sicher das Genick brechen, wenn ich eine Harley fahren würde. Lassen wir die Träume beiseite und kommen wir zur Realität. Wie viele andere Firmen hat Harley-Davidson beschlossen, verschiedene Methoden zu erkunden, um sich auf einem komplexen Markt wie dem Elektromarkt zu etablieren. Der erste solide Versuch zeigte sich im Juni 2014 mit dem LiveWire-Prototyp 74 PS, 150 km/h Spitze und ein „0 auf 100“ in weniger als vier Sekunden gaben dem Motorrad ein interessantes Profil, dessen Hauptlimitierung seine Reichweite war (weniger als 100 reale Kilometer). Im Mai 2015 erklärte der CEO von Harley-Davidson, Matt Levatich, dass der Start eines kommerziellen Elektromotorrads von Verbesserungen bei den Batterien abhinge, wodurch sich ein mögliches Debüt um zwei oder drei Jahre verzögerte. Ein Jahr nach diesen Aussagen wissen wir nun, dass es innerhalb der nächsten halben Dekade so weit sein wird.
Die offizielle Bestätigung
Die Nachricht stammt aus den Aussagen des Vizepräsidenten Sean Cummings, der für die Abteilung „Demanda Global“ von Harley-Davidson verantwortlich ist. Diese offizielle Bestätigung ist aus zwei Gründen interessant. Erstens: Die in LiveWire verwendeten Batterien wurden von Mission Motors hergestellt, einer Firma, die 2015 nach dem Verlust mehrerer Ingenieure und am Rande des Bankrotts in Rauch aufging. Das lässt vermuten, dass Harley-Davidson die Entwicklung allein fortsetzen oder sich anderweitig Hilfe suchen wird. Zweitens: LiveWire sammelt seit zwei Jahren Feedback, nachdem es mehr als dreißig Händler in den USA besucht hat. Dazu kommt die Arbeit der Konkurrenz, denn Victory hat mit Alternativen wie der Empulse TT einen kleinen Vorsprung.
Zusammenfassend: Harley-Davidson hat es nicht eilig, aber die kommerzielle Variante des Elektromotorrads LiveWire ist unterwegs. Fünf Jahre sind ein ziemlich vernünftiger Zeitrahmen, um auf bessere Batterien zu warten und vielleicht auch andere Aspekte zu optimieren.