Ein von Tom’s Hardware am 16. Oktober 2026 veröffentlichter Bericht über Roman Hartungs (der8auer) Zweijahrestest beschreibt, wie Gallium mit Kupfer zu festem CuGa2 reagierte. Die Probe war nach einer Stunde noch flüssig; nach zwei Monaten waren Kristalle und keine sichtbare Flüssigkeit mehr zu sehen. Bis zur Beobachtung nach zwei Jahren änderte sich der Zustand laut Bericht nicht weiter. Tom’s Hardware schilderte Hartungs Versuch und seine Ergebnisse.

Was der Zweijahrestest zeigte

Das englischsprachige Video von der8auer EN behandelt den Zweijahrestest und die Reaktionen von Flüssigmetall auf verschiedene Metalle.

Hartung, ein Manager bei Thermal Grizzly, untersuchte die Probe mit einem Elektronenmikroskop. Zwischen den Beobachtungen wurde der Aufbau laut Bericht in einer Vakuum- oder Stickstoffbox gelagert, um Oxidation zu vermeiden.

Warum Flüssigmetall mit Kupfer reagiert

Gallium kann mit Kupfer eine feste Verbindung bilden: CuGa2. Das Formelverhältnis steht für ein Kupfer- und zwei Galliumatome. Der Bericht nennt für die Reaktionsschicht ein Wachstum von etwa 1 µm pro Tag bis zu einer Dicke von ungefähr 50 bis 100 µm; Temperatur und verfügbare Gallium-Menge beeinflussen den Verlauf.

Ein davon getrenntes Experiment mit reinem Gallium zwischen Kupferplatten ergab bei 70 °C nach 96 Stunden eine Schicht von etwa 4 µm. Die Messung beschreibt einen anderen Aufbau als den Langzeittest.

Für CuGa2 nennt der Bericht eine Wärmeleitfähigkeit von ungefähr 100 W/(m·K), für Kupfer rund 400 W/(m·K). Der erste Wert bezieht sich auf die feste Reaktionsverbindung, nicht auf flüssiges Conductonaut. In einem weiteren Versuch ließ sich der Film auf einer getesteten Kupfer-Kühlplatte laut Bericht auch mit Isopropylalkohol oder Aceton nach weniger als fünf Minuten Kontakt nicht abwischen.

Kupfer, Nickel und Aluminium im Vergleich

OberflächeBerichtete Reaktion
KupferGallium bildete festes CuGa2. Die Reaktionsschicht wuchs unter den beschriebenen Bedingungen weiter.
Vernickelte OberflächeGallium bildete NiGa5; die berichtete Reaktionsschicht war dünner als auf Kupfer.
AluminiumBei einem Versuch mit einem 2 mm starken Blech führte Gallium nach dem Durchbrechen der Oxidschicht zu Aufquellen nach etwa fünf Minuten und zu Versprödung innerhalb einer halben Stunde.

NiGa5 besteht laut Bericht aus einem Nickel- und fünf Galliumatomen. Die Unterschiede zwischen Kupfer und Nickel sind für Conductonaut relevant: Thermal Grizzly empfiehlt für die Langzeitleistung vernickelte Oberflächen und rät davon ab, das Produkt mit Aluminiumkühlern zu verwenden.

Was Thermal Grizzly zu Conductonaut sagt

Thermal Grizzly beschreibt Conductonaut als eutektische Legierung mit Zinn, Gallium und Indium. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass das Flüssigmetall elektrisch leitfähig ist. Die Empfehlungen zu vernickelten Oberflächen und Aluminiumkühlern beziehen sich auf Conductonaut, nicht pauschal auf alle Flüssigmetall-Wärmeleitmittel. Thermal Grizzlys Produktinformationen zu Conductonaut führen diese Hinweise auf.