Am 5. November 2026 berichtete die Europäische Weltraumorganisation ESA über Heras erste Nahaufnahme von Didymos: Die monochrome Asteroid Framing Camera fotografierte den größeren Körper des Doppelasteroidensystems aus 60 Kilometern Entfernung. ESA beschreibt auf der abgewandten Seite Felsblöcke, Krater und mögliche Rillen- oder Rückenstrukturen. Die Missionsmeldung der ESA ordnet die Aufnahme in Heras Untersuchung des Systems nach dem DART-Einschlag ein.

Was Heras Nahaufnahme zeigt

Monochrome Aufnahme eines hellen, unregelmäßigen Asteroiden vor schwarzem Hintergrund, darunter ein kleiner Lichtpunkt.

Didymos ist auf der Aufnahme deutlich zu erkennen. Der kleinere Dimorphos ist größtenteils von Schatten verdeckt. ESA gibt den Durchmesser von Didymos mit 780 Metern und den von Dimorphos mit 151 Metern an. Die gezeigte Seite von Didymos hatte DARTs Kamera kurz vor dem Einschlag nicht erfasst. Hera-Projektwissenschaftler Patrick Michel beschrieb dort neben dem zentralen Äquatorrücken mehrere Felsblöcke und Krater sowie Strukturen, die wie Rillen oder Rücken aussehen.

Wie die Aufnahme in Heras Mission passt

Hera untersucht das System nach dem Einschlag der NASA-Sonde DART auf Dimorphos. NeoTeo hatte zuvor Heras erwartete Ankunft bei Didymos eingeordnet; diese Nahaufnahme richtet den Blick auf die Oberfläche des größeren Körpers.

Den Bahneffekt des Einschlags beziffert ESA separat: DART verkürzte demnach Dimorphos’ Umlaufzeit um Didymos um 33 Minuten, mit einer Abweichung von etwa einer Minute. Die Nahaufnahme liefert die Oberflächenansicht; die Angabe zur Umlaufzeit beschreibt den von ESA berichteten Effekt des Einschlags.

Was die Oberflächenmerkmale bedeuten könnten

Michael Kueppers, Hera-Wissenschaftler bei ESA, hält es für möglich, dass ausgeworfenes Material von Dimorphos die rund einen Kilometer bis Didymos zurücklegte und einige der sichtbaren Merkmale mitprägte. Das ist eine Hypothese, die das Team untersuchen will.

ESA kündigte für den 25. November detaillierte Bilder beider Asteroiden an.