Die Europäische Weltraumorganisation ESA berichtete am 6. November 2026, Prometheus habe am 29. Oktober mehrere Heißlauftests am Prüfstand P5 in Lampoldshausen absolviert. Dabei wurden laut ESA Methanbetrieb, eine neue Brennkammer und mehrere Wiederzündungen erprobt.

Die P5-Kampagne verband drei Entwicklungsschritte: Methanversorgung, eine neue Brennkammer und wiederholtes Zünden.

Was die P5-Tests zeigten

Prometheus-Triebwerk im Metallprüfstand, mit hellem Abgasstrahl und orange beleuchteten Streben.

Der P5-Prüfstand wurde für die Versorgung mit flüssigem Methan erweitert. Prometheus war laut ESA das erste Triebwerk, das dort mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan gefeuert wurde. Die ESA besitzt den Prüfstand, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt ihn. ArianeGroup ist Hauptauftragnehmer für Prometheus.

Brennkammer aus dem Kaltgasspritzverfahren

Für eine der getesteten Brennkammern kam additive Fertigung durch Kaltgasspritzen zum Einsatz. Dabei wird Metallpulver mit hoher Geschwindigkeit auf den Brennkammerkörper gesprüht und verbindet sich mit dessen Oberfläche. Die ESA sagt, additive Verfahren könnten die Fertigungszeit verkürzen, die Herstellung komplexer Bauteile vereinfachen und Kosten senken.

Bei der Kampagne wurde Prometheus außerdem mehrfach wiedergezündet. Nach Angaben der ESA nutzte das Verfahren den Druck am Triebwerkseinlass und kam ohne Hochdruck-Startsystem aus. Die Agentur bezeichnete dies als europäische Premiere für ein Triebwerk dieser Klasse.

Frühere Tests fanden in Vernon statt

Eine separate Testfolge mit dem Themis-Demonstrator fand 2023 in Vernon statt. Actualidad Aeroespacial berichtete, der letzte Test der Kampagne am 22. Juni habe 12 Sekunden gedauert. Ein Test am 23. September schloss dem Bericht zufolge die Anfangsphase des ESA-Vertrags ab. Am 20. Oktober folgte auf einen 30-Sekunden-Test eine Wiederzündung.

ESA plant eine Kampagne mit Prometheus Mark 2

Prometheus ist laut ESA für Wiederzündungen im Flug und den Einsatz auf mehreren Flügen ausgelegt. Als nächsten Schritt nannte die Agentur eine Testkampagne mit Prometheus Mark 2, deren erste Versuche im ArianeGroup-Testzentrum in Vernon stattfinden sollten.