Maurice Heumann berichtete am 9. Oktober 2026 über eine KI-gestützte Rekonstruktion von Call of Duty: Modern Warfare 2 (2009), wie Tom’s Hardware das Projekt identifiziert. Laut Heumanns Projektbericht sind 99 Prozent der Funktionen im rekonstruierten Quellcode vorhanden; 83 Prozent aller Funktionen stimmen bytegenau mit dem Original überein. Die beiden Werte messen verschiedene Dinge.
Was die beiden Prozentwerte aussagen
Die 99 Prozent zählen Funktionen, die im rekonstruierten Quellcode enthalten sind. Die 83 Prozent beziehen sich auf Funktionen, deren Bytes beim Vergleich exakt übereinstimmen. Eine Funktion kann also vorhanden sein, ohne einen bytegenauen Treffer zu erzielen.
So läuft der Bytevergleich ab
Heumann zufolge nutzte das Team den Compiler des Originalspiels und verglich Funktionen aus der rekonstruierten Objektdatei (OBJ) mit den Daten aus EXE und PDB des Spiels. Bei einer Relokation kann eine Referenz wegen einer anderen Adresse abweichende Bytes enthalten. Statt diese Bytes direkt zu vergleichen, prüfte das Verfahren das referenzierte Symbol und dessen Offset. Gespeicherte Treffer wurden außerdem in der kontinuierlichen Integration (CI) erneut kontrolliert, um Rückschritte zu erkennen.
Nicht jede Abweichung bedeutet, dass eine Funktion anders arbeitet. Heumann nennt unterschiedliche Compiler-Ausgaben, Aufrufkonventionen, Registerbelegung, Inlining und identisches COMDAT-Folding als mögliche Gründe für unterschiedliche Bytes. Er hält die Funktionen ohne bytegenauen Treffer für semantisch korrekt; sie erzielten jedoch keinen exakten Byte-Treffer in diesem Verfahren.
Heumann berichtete auch von einem frühen Anlauf, in dem der Code zwar lesbar war, aber Fehler bei Funktionssignaturen, Typen, Speicherlayouts und Logik enthielt. Nach vier Wochen begann das Team neu, weil die Korrektur mehr Zeit gekostet hätte.
Projektstand und Verfügbarkeit
Am 30. September 2026 hatte Heumann auf X gemeldet, dass 17 Agenten parallel arbeiteten und das Spiel spielbar sei. Dieser Statusbericht ging seinem ausführlichen Projektbericht vom 9. Oktober voraus.
In diesem Bericht erklärte Heumann, der rekonstruierte Quellcode solle privat bleiben und nur für eigene Zwecke genutzt werden.