Am 22. September 2026 rückte eine neue Designanalyse zwei HONOR-Smartphones ins Rampenlicht: Das Honor Magic 8 Pro und das Honor 600 Pro bringen beeindruckende Hardware mit, wirken bei Oberfläche, Bedienelementen und Gehäusegestaltung aber auffällig nah an Apples iPhone-Sprache. Besonders direkt fällt der Vergleich beim Honor 600 Pro und dem iPhone 17 Pro aus. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob HONOR gute Technik baut – das tut das Unternehmen –, sondern wie viel eigene Handschrift davon übrig bleibt.

HONORs Hardware ist schwer von der Hand zu weisen

Beide Smartphones verbinden große Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit leistungsfähigen Qualcomm-Chipsätzen. Unter normaler Nutzung wurden beim Honor Magic 8 Pro mehr als zwei Tage Akkulaufzeit beobachtet; beim Honor 600 Pro fiel das Ergebnis ebenfalls auf mehr als zwei Tage.

Das Magic 8 Pro besitzt einen 7.100-mAh-Akku, das Honor 600 Pro einen 7.000-mAh-Akku. Beim Prozessor trennt HONOR die Modelle klarer: Im Magic 8 Pro arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, im Honor 600 Pro der Snapdragon 8 Elite Gen 4. Beide Geräte tragen außerdem die Schutzklassen IP68 und IP69K.

Beim Magic 8 Pro sticht die 200-MP-Telekamera mit 3,7-fachem Zoom hervor. Das Honor 600 Pro setzt unter anderem auf einen 200-MP-Hauptsensor und KI-Funktionen für die Bildbearbeitung. Das sind keine Datenblatt-Spielereien: Für Nutzer, die lange Akkulaufzeit, viel Rechenleistung und ambitionierte Kamera-Hardware suchen, liefern beide Geräte ein ziemlich überzeugendes Paket.

Wo die iPhone-Ähnlichkeit sichtbar wird

Ein direkter Seitenvergleich von Honor 600 Pro und iPhone 17 Pro zeigt die äußere Nähe und die Unterschiede bei Hardware und Funktionen.

Die auffälligste Nähe zu Apple liegt beim Honor 600 Pro auf der Rückseite. Sein breites, rechteckiges Kameramodul und die Anordnung der drei Kameras erinnern an das iPhone 17 Pro. Auch die orangefarbene Ausführung wurde mit Apples Farbton Cosmic Orange verglichen. Das Honor 600 Pro ist damit das Modell, bei dem die äußere Ähnlichkeit am deutlichsten ausfällt.

Beim Magic 8 Pro richtet sich die Kritik stärker auf MagicOS. Ähnlichkeiten wurden bei den Schnelleinstellungen, Übergängen, Öffnungsanimationen, der Einrichtung, der App-Anordnung, den Uhren und den Hintergrundbildern beschrieben. MagicOS ist dadurch nicht dasselbe wie iOS, erzeugt aber in mehreren Alltagssituationen einen vertrauten Apple-Eindruck.

Ähnlich funktioniert die seitliche KI-Taste bei beiden HONOR-Modellen: Ein Doppeldruck öffnet die Kamera, in der Kamera-App dient sie als Auslöser, und durch Wischen lässt sich der Zoom verändern. Praktisch? Ja. Eigenständig? Genau darüber entzündet sich die Debatte.

Ähnlichkeit ist nicht die ganze HONOR-Geschichte

Die Kritik betrifft vor allem das Gesamtbild aus Oberfläche, Bedienelementen, Farben und Kameradesign. HONORs Entwicklungsgeschichte ist dabei weniger geradlinig, als der schnelle Vorwurf einer bloßen Nachahmung vermuten lässt: Die Magic Capsule wurde 2019 eingeführt – drei Jahre bevor Apple die Dynamic Island mit dem iPhone 14 Pro präsentierte.

Damit verschiebt sich die interessante Frage. Es geht nicht um die Herkunft jedes einzelnen Elements, sondern darum, wie die Kombination beim Nutzer ankommt. Ein einzelner vertrauter Baustein fällt kaum ins Gewicht. Wenn jedoch Software, Taste, Kamerainsel und Farbgebung in dieselbe Richtung zeigen, entsteht ein geschlossenes Bild.

Das Designproblem ist auch ein Strategieproblem

Für HONOR ist das deshalb mehr als eine Geschmacksfrage. Die Marke hat mit dem HONOR Robot Phone bereits eine deutlich eigenständigere Richtung angekündigt. Das Konzept verbindet laut HONOR künstliche Intelligenz, Robotik und Bildgebung und ist Teil des ALPHA PLAN. Updates dazu stellte HONOR für den Mobile World Congress 2026 in Aussicht.

Ein solcher Entwurf zeigt, wie weit die Designsprache reichen könnte, wenn sie nicht ständig an einem bestehenden Vorbild gemessen wird. Der Kontrast zum Honor 600 Pro ist entsprechend groß: Dort überzeugt die Technik, während die äußere Identität für Diskussionen sorgt.

Was die beiden Modelle tatsächlich bieten

Die Funktionsdemonstration zeigt das Honor 600 Pro neben dem iPhone 17 Pro sowie KI-Bildbearbeitung und Kamerafunktionen.

Die Unterschiede zwischen den getesteten Geräten lassen sich kompakt zusammenfassen:

ModellAkkuBeobachtete Laufzeit bei normaler NutzungProzessorAuffälliger Schwerpunkt der Kritik
Honor Magic 8 Pro7.100 mAhMehr als zwei TageSnapdragon 8 Elite Gen 5MagicOS-Oberfläche und KI-Taste wirken iPhone-nah
Honor 600 Pro7.000 mAhMehr als zwei TageSnapdragon 8 Elite Gen 4Kameramodul, orangefarbene Rückseite und KI-Taste erinnern an das iPhone 17 Pro

Das Honor 600 Pro bringt zusätzlich KI-Funktionen wie AI Image to Video, Moving Photo Eraser und den AI Photo Agent für sprachgesteuerte Bildbearbeitung mit. Eine direkte Demonstration zeigt damit die eigentliche Spannung dieser Geräte: technisch eigenständige Funktionen in einem Design, das vielen Betrachtern zunächst bekannt vorkommt.