IMDEA Networks beobachtete bei Tests in Spanien im Mai 2026, dass sechs von neun Web-Clients und drei von acht Android-Clients Gesprächsdaten an Drittanbieter übermittelten. Untersucht wurden neun KI-Dienste im Web und acht ihrer Android-Apps, wie die Studie von IMDEA Networks berichtet.
Was IMDEA Networks bei KI-Chatbots beobachtete
Die Forschenden testeten ChatGPT, Claude, Grok, DeepSeek, Perplexity, Gemini, Microsoft Copilot, Le Chat und Meta AI. In den untersuchten Konfigurationen registrierten sie bei sechs Web-Clients und drei Android-Clients die Weitergabe von Gesprächsdaten an Drittanbieter.
| Client-Art | Getestete Clients | Clients mit beobachteter Weitergabe von Gesprächsdaten |
| Web | 9 | 6 |
| Android | 8 | 3 |
Zu den untersuchten Daten gehörten Chat-Titel, Eingaben, Screenshots, Gesprächslinks und Kennungen. Bei fünf Web-Clients wurden Gesprächs-URLs oder zugehörige Kennungen an neun Werbe- und Trackingdienste übermittelt. Auch bei ChatGPT beobachteten die Forschenden in den getesteten Clients die Weitergabe von Gesprächskennungen an Datadog; im Web erfassten sie unter bestimmten Bedingungen zudem eine Gesprächs-URL.
Cookie-Ablehnung und öffentliche Chat-Links
Die Ablehnung nicht notwendiger Cookies stoppte die beobachtete Weitergabe nicht durchgehend. Nach dieser Auswahl blieben 80,8 Prozent der beobachteten Drittanbieter-Tracker aktiv. Separat registrierte die Studie in vier von neun Diensten weiterhin Datenerhebung. Die Prozentzahl bezieht sich auf Tracker, die Vier-von-neun-Angabe auf Dienste.
Bei den Web-Tests verglichen die Forschenden ignorierte, abgelehnte und akzeptierte Cookie-Auswahlen. Android-Apps boten beim Start im Allgemeinen keine vergleichbare Cookie-Auswahl.
Für Grok waren die in kostenlosen und kostenpflichtigen Web-Konten getesteten Gesprächs-Permalinks standardmäßig öffentlich zugänglich, sofern Nutzer:innen die Opt-out-Option nicht nutzten. Die Studie hielt diesen Zustand noch am 10. September 2026 fest. Auch Gesprächslinks im getesteten Gastzugang von Perplexity waren öffentlich zugänglich.
Bei eigens getesteten Grok-Freigaben waren die geteilten Seiten ohne Anmeldung erreichbar. TikTok erhielt dabei einen Screenshot; Meta und TikTok erhielten den jeweils neuesten Prompt.
Was der Canary-Test maß
Die Forschenden platzierten eindeutige Canary-URLs in Prompts und hochgeladenen Dateien. Für Grok-bezogene Ressourcen registrierten sie 70 Aktivierungen von 70 IP-Adressen aus 14 Ländern; einige Abrufe erfolgten Stunden bis Tage nach der Eingabe. Gemessen wurden dabei Aktivierungen der URLs.
Wie die Studie testete
Die Web-Tests liefen mit Chrome 148.0.7778.167 und den Entwicklerwerkzeugen des Browsers. Für Android verwendeten die Forschenden ein Google Pixel 3a mit Android 12. Sie gaben vordefinierte Gespräche manuell ein und verglichen, wo möglich, Cookie-Auswahlen sowie Gast-, Gratis- und Bezahlkonten.
Die Untersuchung umfasste keine Tarife für Unternehmen oder Behörden. Für die Android-App von Gemini konnten die Forschenden keine Datenverkehrsspuren auswerten. Die Studie beschreibt punktuelle Tests; Ergebnisse können sich je nach Geografie, Kontozustand und späteren Änderungen an den Diensten unterscheiden.