TrendAI zählte in Japan im September 2026 86 öffentlich gemeldete Cybervorfälle – rund 18 Prozent mehr als im August und 37 Prozent mehr als im Juli. Die Zählung erfasst bekannt gewordene Vorfälle, nicht sämtliche Angriffe, die tatsächlich stattgefunden haben. TrendAI zufolge übertraf die Zahl der ersten neun Monate 2026 in der eigenen Statistik bereits den Gesamtwert für 2025.

Was TrendAIs 86 Vorfälle erfassen

Die Monatszahl bezieht sich auf öffentlich bekannt gewordene Cybervorfälle in Japan. Sie ist damit eine andere Messgröße als eine vollständige Erfassung aller Angriffe. Auch TrendAIs Vergleich mit dem Vorjahr bezieht sich auf dieselbe Zählung: Die ersten neun Monate 2026 lagen bereits über dem Gesamtjahr 2025.

Was PARK24 zum Vorfall bei Times CAR bestätigte

PARK24 teilte am 28. September mit, dass unbefugter Zugriff auf das Websystem des Carsharing-Dienstes Times CAR zu einer Verletzung personenbezogener Daten geführt hatte. Times Mobility, eine Tochtergesellschaft von PARK24, bemerkte den Zugriff am 25. September 2026 um 9.07 Uhr. Den Zugangsweg habe das Unternehmen am 26. September bis 7.25 Uhr gesperrt, heißt es in der Mitteilung von PARK24.

Betroffen waren laut PARK24 Informationen im Zusammenhang mit rund 6,6 Millionen Konten. Dazu gehörten Konten aktueller und ehemaliger Mitglieder von Times CAR und Times Business Service sowie unvollständige Anmeldungen. Die betroffenen Angaben umfassten Namen, Abteilungen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern und E-Mail-Adressen, Informationen aus Führerscheinen und Ausweisdokumenten, Passwörter sowie Kennungen für Dienste externer Partner. PARK24 erklärte, Passwörter seien nicht umkehrbar gespeichert worden.

Zum Stand seiner Mitteilung vom 28. September hatte PARK24 keine Hinweise darauf gefunden, dass die Informationen öffentlich verbreitet oder missbraucht worden waren. Kreditkartendaten seien nicht betroffen gewesen. Die Zahl bezeichnet Konten, zu denen kompromittierte Informationen gehörten – nicht nachgewiesene Betrugsfälle.

Weitere Zahlen erfassen andere Größen

Der englischsprachige NHK-WORLD-JAPAN-Bericht ordnet Firmenmeldungen, Mgnikas Datenleckzahlen und eine JOSES-Erhebung ein.

Die von der Associated Press (AP) am 9. Oktober berichtete Jahresreihe beruht auf einer Studie von Yomiuri und Trend Micro: Bis zum 9. Oktober 2026 waren demnach mehr als 500 Fälle gezählt worden; für 2025 nannte die Studie 473 und für 2024 insgesamt 503 Fälle. APs Bericht unterscheidet diese Jahreszahlen nicht als dieselbe Messreihe wie TrendAIs monatliche Zahl öffentlich bekannt gewordener Vorfälle.

Der englischsprachige Beitrag von NHK WORLD-JAPAN vom 7. Oktober nennt weitere, anders abgegrenzte Zahlen. Mgnika schätzte darin die Zahl der Datenleckfälle 2026 bis dahin auf knapp 120. Für das erste Halbjahr gab der Beitrag einen Monatsdurchschnitt von etwa sechs Fällen an, seit Juli seien es 23 pro Monat gewesen.

NHK berichtete außerdem, GMO Research and AI habe mehr als 940.000 Datensätze als geleakt gemeldet. Bei Mr. Max Holdings könnten bis zu 1,73 Millionen Mitgliedskonten betroffen sein; Citizen zufolge könnten persönliche Daten von rund 100.000 Menschen geleakt worden sein. Eine von NHK erwähnte JOSES-Erhebung kam zu dem Ergebnis, dass 96 Prozent der Unternehmen im Nikkei 225 in den vorangegangenen drei Jahren einen Datenvorfall erlebt hatten. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und Größen – von Datensätzen über Konten bis zu Personen und Unternehmen.

Welche Maßnahmen Japan empfahl und was TrendAI beobachtete

Japans National Cybersecurity Office gab am 9. Oktober Hinweise an Ministerien weiter, die diese an örtliche Behörden und Unternehmen verteilen sollten. Dazu gehörten aktuelle Schutzmaßnahmen, starke Passwörter und mehr Sicherheit in Lieferketten, wie die AP berichtete.

Die Financial Services Agency bat Finanzinstitute, ihre Abläufe für die Reaktion auf Cyberangriffe und ihre Identitätsprüfungen zu überprüfen. Finanzdienstleistungsministerin Satsuki Katayama verwies dabei auf das Auslesen von Chipdaten. Nippon.com berichtete unter Berufung auf Jiji Press außerdem, das Wirtschaftsministerium plane, rund 1.000 Branchenverbände – darunter aus der Automobil- und Einzelhandelsbranche – zur Prüfung von Schwachstellen in Kommunikationsgeräten und IT-Systemen aufzufordern.

TrendAI berichtete aus eigenen jüngeren Einsätzen in Japan, Angreifer hätten bekannte Schwachstellen in öffentlich erreichbaren Anwendungen ausgenutzt und Web-Shells auf Servern platziert. Als mögliche Folgeschritte nannte das Unternehmen eine Ausweitung von Zugriffsrechten, Bewegungen in weitere Systeme und Zugriffe auf Datenbanken. TrendAI empfiehlt, öffentlich erreichbare Systeme und bekannte, aktiv ausgenutzte Schwachstellen zu priorisieren, Webserver abzusichern, Datenbankrechte zu begrenzen und Lieferantenpläne für Sicherheitsmeldungen und Wiederherstellung zu prüfen.

TrendAI stellte keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von KI und den jüngsten Vorfällen in Japan fest. KI-gestützte Aufklärung und Phishing beschrieb das Unternehmen als allgemeine Fähigkeiten von Angreifern, nicht als festgestellte Ursache dieser Vorfälle.