Die offizielle Kamera für die Game Boy war 1998 ein schwer verkäufliches Zubehör. Im Laufe der Zeit wurde sie jedoch zu einem Sammlerstück für eingefleischte Nintendo-Fans und fand auch in verschiedenen DIY-Projekten Verwendung. Eines der jüngsten stammt von Alexander Pietrow, der die Kamera an ein altes Teleskop anpasste, um den Mond, Jupiter und drei seiner Hauptmonde zu fotografieren.
Die Kamera der Game Boy
Einer der interessantesten Aspekte der Game-Boy-Kamera ist, dass sie mit allen verfügbaren Modellen funktioniert – mit Ausnahme der Game Boy Micro, der nicht die nötige Abwärtskompatibilität besitzt. Allerdings können die moderneren Konsolenvarianten die natürlichen Einschränkungen nicht ausgleichen. Der CMOS-Sensor bietet eine Auflösung von 128 mal 128 Pixeln, die effektive Erfassung beträgt jedoch 128 mal 112 Pixel. Die Idee war, dass die Kamera mit dem offiziellen Drucker kombiniert wird, damit der Nutzer physische Kopien seiner Fotos erhält – also Ausdrucke in der Größe einer Briefmarke. 19 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, was können wir mit der Game-Boy-Kamera mehr tun, als Selfies in einer 2-Bit-Palette zu machen? Wie wäre es, Jupiter zu fotografieren?
Das Experiment
Alexander Pietrow hat genau das im Observatorium der Stadt Leiden getan, nachdem er seine Game Boy Advance SP mit Kamera an ein historisches Fraunhofer-Teleskop angeschlossen hatte. Dank einer universalen Smartphone-Halterung war das Ausrichten der Kamera am Teleskop ein einfacher Prozess, während das Wetter das größte Problem darstellte. Pietrow musste auf eine wolkenfreie Nacht warten und machte seine ersten Versuche mit dem Turm einer nahen Kirche.
Ein paar Wochen später kooperierte der Himmel und gab Mond und Jupiter frei. Der Gasriese erscheint als heller weißer Punkt auf dem Bildschirm, aber die Kamera konnte drei seiner vier Galileischen Monde registrieren.
Bilder extrahieren
Das Extrahieren der Bilder aus der Kamera ist meiner Meinung nach viel komplizierter. Das Verfahren erfordert zusätzliche Hardware in Form von Kabeln, Flash-Modulen und einen Computer mit einem echten parallelen Port, wobei XP als Betriebssystem verwendet wird.