Entravision weitete die Sendung mit dem KI-Radiomoderator Coyotec über Los Angeles hinaus aus: Bis August 2026 war sie in fünf weitere Märkte in Kalifornien, Nevada und Texas syndiziert. Für Los Angeles meldete das Unternehmen außerdem steigende Hörerzahlen von August bis September 2026. WIRED zufolge handelte es sich um Nielsen-Werte, die Entravision zugeschrieben wurden.
Vom Wochenendformat zur Morgensendung
Coyotec startete im September 2025 als alleiniger Wochenendmoderator auf José 97.5 FM in Los Angeles. Später kam die menschliche Moderatorin Geraldine „GeeGee“ Guzman hinzu. Die Sendung Al Aire y Sin Permiso wechselte auf einen werktäglichen Sendeplatz von 8 bis 10 Uhr. Bis August 2026 wurde das Programm in fünf weitere Märkte in Kalifornien, Nevada und Texas syndiziert.
Menschliche Moderation und KI im Studio
Coyotec hat eine zweisprachige spanisch-englische Persona mit umgangssprachlichem Ton. Guzman half dabei, Aussprache und Gesprächsstil zu formen. Die KI reagiert in Echtzeit auf ihre Co-Moderatorin, kann aber keine Anrufe entgegennehmen oder Hörern live antworten.
Entravisions KI-Strategiechefin LeaAnna Hernandez beschrieb Claude Haiku als Sprachmodell und Werkzeug zur Antwortgenerierung des Live-Agenten. ElevenLabs erzeugt Coyotecs Stimme. OpenAI und ChatGPT kamen für erste Skripte zum Einsatz, Midjourney für das Storyboard zu Coyotecs Bild.
Die gemeldeten Hörerzahlen im Monatsvergleich
WIRED zufolge meldete Entravision Nielsen-Zahlen für Los Angeles, die August und September 2026 vergleichen. Die Veränderungen bezogen sich auf unterschiedliche Publikumsgruppen:
| Publikumsgruppe in Los Angeles | Veränderung | Zeitraum |
| Kumulierte hispanische Hörerschaft | +21,6 % | August bis September 2026 |
| Hörerinnen und Hörer im Alter von 18 bis 34 Jahren | +84,9 % | August bis September 2026 |
| Hispanische Hörerinnen im Alter von 18 bis 34 Jahren | +500 % | August bis September 2026 |
Der Wert von 500 Prozent bezeichnet die Veränderung innerhalb der Gruppe hispanischer Hörerinnen zwischen 18 und 34 Jahren.
Auftragnehmerarbeit und Automatisierung im Radio
Becca Guzmán, die für Entravision als Auftragnehmerin arbeitete, sagte, KI-Werkzeuge hätten ihre Arbeit verdrängt. Entravision erklärte, es gebe keinen Eintrag, wonach Guzmán entlassen worden sei, und wies zurück, Beschäftigte wegen KI entlassen zu haben. Karina Cerda, eine Führungskraft bei Entravision, sagte, die veränderte Nutzung von vCreative könne den Bedarf an externer Unterstützung verringert haben.
Einzelne Stimmen in einer Diskussion im Reddit-Forum r/radio ordneten generative KI als Fortsetzung älterer Radiopraxis ein: Ein Kommentator, der nach eigenen Angaben früher vorproduzierte Moderationsbeiträge erstellt hatte, verglich sie mit Voice-Tracking. Andere äußerten Sorgen über mögliche Arbeitsplatzverluste; ein Nutzer vermutete, Neugier könne zu den höheren Hörerzahlen beigetragen haben. Ein weiterer beschrieb den Klang als glatt, aber steril.