OpenAI beantragte laut der Savannah Morning News beim U.S. Army Corps of Engineers eine Genehmigung, rund 29 Hektar Feuchtgebiete in Effingham County im US-Bundesstaat Georgia aufzuschütten. Der Antrag betrifft einen geplanten Campus mit vier Rechenzentren und zugehöriger Infrastruktur im Savannah Gateway Industrial Hub. Die Zeitung berichtete am 26. Oktober 2026 über den Antrag und beschrieb ihn an diesem Tag als noch anhängig.

Wie groß ist der beantragte Eingriff?

Die beantragten rund 29,1 Hektar entsprechen rechnerisch etwa 30,3 Prozent der rund 96,1 Hektar Feuchtgebiete, die eine Karte zum Projekt ausweist. Die Berechnung setzt die gemeldeten 72 Acres beantragter Flächen mit der Kartenangabe von etwa 237,55 Acres Feuchtgebieten ins Verhältnis.

OpenAIs Angaben und die Kritik vor Ort

OpenAI zufolge soll der Plan 70 Prozent der Feuchtgebiete auf dem Projektgelände erhalten, darunter einen größeren zusammenhängenden Bereich. Das Unternehmen habe Untersuchungen zum Regenwasserabfluss beauftragt. Geplante Anlagen sollten die Abflussleistung der vorhandenen Feuchtgebiete und natürlichen Böden erreichen und verhindern, dass das Vorhaben das Hochwasserrisiko flussabwärts erhöht.

Jeff Beauvais von der Naturschutzorganisation One Hundred Miles äußerte Bedenken wegen der zusätzlichen versiegelten Flächen. Zwei dauerhaft wasserführende Bäche grenzten an das Gebiet; nahe dem Dasher Creek gebe es bereits Hochwasserprobleme. Beauvais bezweifelte außerdem, dass die Standortprüfung weniger umweltschädliche Alternativen ausreichend berücksichtigt habe. Seiner Einschätzung nach könnten in den USA Hunderte Standorte die Anforderungen des Projekts erfüllen und weniger Feuchtgebiete beeinträchtigen.

Genehmigungsverfahren und Stellungnahmefrist

Die Savannah Morning News ordnete den Antrag Section 404 des Clean Water Act zu. Danach sei für die Zerstörung oder Beeinträchtigung von Feuchtgebieten eine Bundesgenehmigung erforderlich. Als Prüfmaßstab nannte die Zeitung die „Least Environmentally Damaging Practicable Alternative“ (LEDPA), also die praktikable Alternative mit den geringsten Umweltschäden.

Der Bericht vom 26. Oktober 2026 nannte den 4. November 2026 als Frist für öffentliche Stellungnahmen. One Hundred Miles setzte sich zudem für eine öffentliche Anhörung ein.