Am 4. Oktober 2026 wurde bekannt, dass Lobbyisten von Apple und Google in Arizona, Georgia und Kansas für Gesetzesvorschläge geworben haben sollen, die Altersprüfungen für App-Downloads mit Einschränkungen privater Klagen verbinden. Die Alternativen sollten die Durchsetzung den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten überlassen. Zum Stand vom 4. Oktober war in keinem der drei Bundesstaaten ein Altersprüfungsgesetz von einem Gouverneur unterzeichnet worden.

Zwei Modelle für Altersprüfungen

Versionen des App Store Accountability Act (ASAA) sollten App-Stores verpflichten, das Alter ihrer Nutzer zu prüfen und vor Downloads oder Käufen durch Minderjährige die Zustimmung der Eltern einzuholen. Als Verfahren waren kommerziell verfügbare Altersprüfungen vorgesehen. Die Alternativen, für die Apple- und Google-Lobbyisten geworben haben sollen, setzten bei Alterschecks für App-Downloads dagegen überwiegend auf Selbstauskünfte.

RegelungspunktASAA-VersionenVorgeschlagene Alternativen
AltersprüfungApp-Stores sollten das Alter mit kommerziell verfügbaren Verfahren prüfen.Nutzer sollten ihr Alter beim Herunterladen von Apps überwiegend selbst angeben.
Private KlagenEinige Fassungen sahen private Klagen gegen App-Stores vor.Klagen wegen Verstößen gegen die Altersprüfungsregeln sollten ausgeschlossen sein.

Bei einem privaten Klagerecht können Einzelpersonen selbst vor Gericht ziehen. Der berichtete Alternativansatz hätte solche Klagen im Zusammenhang mit den Altersprüfungsregeln ausgeschlossen und die Durchsetzung den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten überlassen. Der Arizona-Entwurf des Mobile Ecosystem Responsibility Act (MERA) sah ausdrücklich vor, dass allein der Generalstaatsanwalt das Gesetz durchsetzen könnte und es keine Grundlage für private Klagen bieten sollte.

Was in Arizona, Georgia und Kansas geschah

In Arizona brachte der Abgeordnete Michael Way am 27. Januar 2026 eine ASAA-Version ein. Drei Tage später verbreitete ein Lobbyist, der nach eigener Darstellung mit Apple und Google arbeitete, einen MERA-Entwurf. Mitte Februar legte ein Google-Lobbyist überarbeiteten Text vor, der sich am kalifornischen Digital Age Assurance Act orientierte.

In Kansas brachte Senatorin Kellie Warren im Januar 2026 einen Gesetzentwurf nach dem Vorbild der ASAA ein. Im Februar schlug die Kansas Chamber of Commerce Änderungen vor, die private Klagen ausgeschlossen und rechtliche Schritte dem Generalstaatsanwalt überlassen hätten.

Am 17. Februar 2026 wurde eine ASAA-Version in einem Ausschuss des Senats von Georgia beraten. Ein Google-Lobbyist bot einem Senator einen Alternativtext an, der dem MERA-Entwurf nahezu entsprach. Die Legislaturperioden in Arizona, Georgia und Kansas endeten, ohne dass ein Gouverneur dort ein Altersprüfungsgesetz unterzeichnete.

Datenschutz, Zuständigkeit und Jugendschutz

Apple verwies auf die Möglichkeit, dass manche Vorschläge Menschen beim Herunterladen von Apps zur Angabe sensibler persönlicher Daten verpflichten könnten. Google wandte ein, konkurrierende Ansätze verlagerten Verantwortung von Plattformen weg und verlangten von App-Stores, persönliche Daten von Kindern an Apps von Drittanbietern weiterzugeben. Meta unterstützte dagegen Altersprüfungen auf Ebene der App-Stores; so müssten Eltern nicht mit unterschiedlichen Anforderungen einzelner Apps umgehen.

Kinderschutzvertreter warnten, Minderjährige könnten eine Altersprüfung auf Basis eigener Angaben umgehen, indem sie ein falsches Geburtsdatum eintragen. Damit treffen zwei praktische Fragen aufeinander: Wer trägt die Verantwortung für die Altersprüfung – und wie lassen sich Kinder schützen, ohne dabei zusätzliche persönliche Daten preiszugeben?