Am 6. November 2026 berichtete CNBC, Microsoft prüfe weiterhin einige Beziehungen zu Neocloud-Anbietern. Zwei von CNBC zitierte Quellen sagten, eine Entscheidung darüber, welche Anbieter der Konzern künftig nicht mehr nutzen würde, sei noch offen. Neoclouds vermieten auf KI-Rechenlast spezialisierte Rechenkapazität.

Microsofts Sprecher beschrieb gegenüber CNBC eine Mischung aus eigenen Rechenzentren, gemieteten Standorten und Partnerschaften mit externen Anbietern. Der Konzern prüfe seine Investitionen regelmäßig anhand von Kundennachfrage und Lieferfortschritt. Die berichtete Prüfung einzelner Projekte steht damit neben Microsofts erklärtem Infrastrukturmodell.

Die Projektmeldungen betreffen unterschiedliche Vereinbarungen

CNBC berichtete außerdem, Microsoft habe einen Kapazitätsvertrag mit Oracle nicht verlängert. Weitere Vertragsdetails und eine Begründung nannte der Bericht nicht.

Bei Nscale ging es um zwei verschiedene Vorhaben. In Loughton im englischen Essex zog Microsoft sich laut Cloud Computing News als Ankermieter eines geplanten Rechenzentrums zurück, nachdem sich der erwartete Netzanschluss auf die 2030er-Jahre verschoben hatte. In Texas betraf die gemeldete Entscheidung dagegen eine zusätzliche Ausbauoption. Die Projekte unterscheiden sich auch bei IREN: Dort änderten sich Bau- und Liefertermine nach einer von Microsoft gewünschten Netzwerkplanung.

ProjektGemeldete ÄnderungStandort und Betriebszustand
Nscale, LoughtonMicrosoft zog sich als Ankermieter des geplanten Rechenzentrums zurück.Der erwartete Stromanschluss verschob sich in die 2030er-Jahre.
Nscale, TexasMicrosoft nutzte eine Ausbauoption über rund 500 MW an einem separaten, Nscale gehörenden Standort nicht.Der bestehende Standort mit rund 104.000 GPUs und 240 MW ist von dieser Option getrennt; er wird auf einem von Ionic Digital gemieteten Gelände betrieben.
IREN, HorizonEine von Microsoft gewünschte Änderung des Netzwerkdesigns und der Zeitplan eines Zulieferers beeinflussten die Lieferung.Vier Rechenzentren sind zusammen auf 200 MW kritische IT-Leistung ausgelegt. Das erste ging im Quartal bis zum 30. September 2026 für Microsoft in Betrieb; die übrigen drei befanden sich im Bau.
Bei einem Ausbauvorhaben lohnt sich der Blick auf den konkreten Standort: Eine nicht genutzte Erweiterungsoption beschreibt nicht automatisch den bestehenden Betrieb.

Nscale in Texas: Ausbauoption und bestehender Standort

Die rund 500 MW bezogen sich auf eine Option für einen separaten Standort von Nscale. Cloud Computing News zufolge blieb die bestehende Vereinbarung für den Standort bei Ionic Digital davon unberührt. Dort waren rund 104.000 GPUs und eine Leistung von 240 MW vorgesehen. Die beiden Projekte zu einer einzigen Vertragsentscheidung zusammenzufassen, würde ihre unterschiedlichen Standorte und den jeweiligen Umfang verwischen.

IREN: Umfang und Zeitplan des Microsoft-Projekts

Cloud Computing News bezifferte die Laufzeit des Microsoft-Vertrags mit IREN auf fünf Jahre und den berichteten Wert auf rund 9,7 Milliarden US-Dollar. Microsoft soll 20 Prozent Vorauszahlung leisten. Der Vertrag betrifft GPU-Cloud-Dienste; die vier Horizon-Rechenzentren sind gemeinsam auf 200 MW kritische IT-Leistung ausgelegt. Das erste ging im Quartal bis zum 30. September 2026 für Microsoft in Betrieb, drei weitere waren noch im Bau.

Die angepassten Netzwerkpläne und der Zeitplan eines Zulieferers wirkten sich auf die Auslieferung aus. IREN hatte laut Cloud Computing News keine Kündigung des Microsoft-Vertrags bekannt gegeben. Das Unternehmen verschob zudem sein Ziel von mehr als 4 Milliarden US-Dollar annualisiertem Umsatz auf Basis laufender Verträge von Ende 2026 auf Januar 2027; eine weitere Verschiebung bis Ende Februar war möglich. Dieses Ziel bezieht sich auf IRENs gesamtes KI-Cloud-Geschäft, nicht allein auf Microsoft-Umsätze.

Microsofts Investitionen: Quartalswert und Ausblick

Für das Quartal bis zum 30. September 2026 beliefen sich Microsofts Investitionen in Sachanlagen und Finanzierungsleasing auf 45,2 Milliarden US-Dollar. Cloud Computing News berichtete außerdem, Microsoft rechne im zweiten Geschäftsquartal mit Investitionen in Sachanlagen von mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Für das Kalenderjahr 2026 wurden rund 170 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Jahreswert war ein Ausblick, keine bereits getätigte Ausgabe.