Shawn Domagal-Goldman, Leiter der Astrophysik-Abteilung der NASA, soll erklärt haben, die Behörde werde ihre Beteiligung an der ESA-geführten LISA-Mission fortsetzen, solange die NASA auf ihrem aktuellen Finanzierungsniveau bleibt oder eine vorläufige Haushaltsregelung dieses Niveau sichert. Ein Bericht vom 7. Oktober 2026 gab diese Aussage wieder; das Datum bezeichnet die Veröffentlichung des Berichts.

NASA soll bei LISA unter einer Bedingung dabeibleiben

Die Aussage bindet die weitere Beteiligung an den Finanzierungsspielraum der NASA. Sie beschreibt keine Zusage für einen festen mehrjährigen Zeitraum: Entscheidend ist, ob die Mittel der Behörde auf dem aktuellen Niveau bleiben oder eine Übergangsregelung sie dort hält.

Zwei Raumfahrtagenturen, unterschiedliche Aufgaben

LISA ist eine von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geführte Mission. Für NASA sind nach der dargestellten Aufgabenverteilung Lasersender und Teleskope, Geräte für das Ladungsmanagement sowie Unterstützung bei der Datenanalyse am Boden vorgesehen. Die ESA verantwortet die Mission und die Raumsonden, ihren Start und den Betrieb.

AgenturAufgaben bei LISA
NASALasersender und Teleskope, Geräte für das Ladungsmanagement sowie Unterstützung bei der bodengebundenen Datenanalyse
ESALeitung der Mission sowie Bau, Start und Betrieb der Raumsonden

2025 vereinbarte die ESA mit OHB System AG, das Design der Raumsonden abzuschließen und mit ihrem Bau zu beginnen. OHB führt das industrielle Kernteam.

Wie LISA Gravitationswellen messen soll

Die englischsprachige Animation zeigt die dreieckige Formation auf ihrer Bahn um die Sonne; sie ist nicht maßstabsgetreu.
Die englischsprachige Erklärung veranschaulicht LISA, die frei schwebenden Testmassen und die Konzepte für Steuerung und Lasermessung.

Die geplante LISA-Mission besteht aus drei Raumsonden, die in einer Dreiecksformation um die Sonne fliegen und der Erde auf ihrer Umlaufbahn folgen sollen. Jede Seite des Dreiecks ist mit 2,5 Millionen Kilometern geplant.

Jede Sonde soll zwei frei schwebende Würfel aus Gold und Platin beherbergen. Laserstrahlen zwischen den Raumsonden sollen winzige Veränderungen ihrer Abstände messen. Nach der ESA-Missionsbeschreibung soll LISA Abstandsänderungen von wenigen Milliardstelmillimetern über die 2,5 Millionen Kilometer langen Arme erfassen.

Mit dieser Anordnung soll LISA niederfrequente Gravitationswellen untersuchen, darunter Signale von Verschmelzungen massereicher Schwarzer Löcher und kompakter Doppelsterne. Die Messungen sollen außerdem helfen, grundlegende Fragen der Physik zu prüfen.

Finanzierungsrahmen und geplanter Start

Das am 23. Januar 2026 in Kraft getretene US-Haushaltsgesetz stellte der Wissenschaftssparte der NASA für das Haushaltsjahr 2026 insgesamt 7,25 Milliarden US-Dollar bereit. Für das Haushaltsjahr 2027 sah der Entwurf des Weißen Hauses vor, die NASA-Beteiligung an LISA zu streichen.

Die ESA plant den Start der Mission mit einer Ariane 6 für etwa 2035. NASA erwartet den Beginn des wissenschaftlichen Betriebs ungefähr zwei Jahre nach dem Start.