Das Erkennen eines Objekts außerhalb der Sichtlinie und das Vorhersagen seiner Bewegung sind zwei entscheidende Faktoren für viele Systeme, angefangen bei autonomen Autos. Eine herkömmliche Kamera hat die gleichen Einschränkungen wie unsere Augen, aber die Plattform CornerCameras, entwickelt vom CSAIL am MIT, kann mithilfe von Lichtreflexionen auf dem Boden Informationen darüber liefern, was sich um die Ecke verbirgt.

Neues MIT-System ermöglicht „Sehen“ um die Ecke
MIT

Stellen wir uns eine Kamera vor, die um die Ecke sehen kann. Ihr Potenzial in Gefahrenzonen, Notsituationen oder in Umgebungen, die in Zukunft alltäglich sein könnten – etwa Straßen voller autonom fahrender Autos – ist enorm. Die Idee ist nicht gerade neu: Bereits 2012 hat das MIT eine Kamera entwickelt, die mit Lasertechnologie ausgestattet war und ein Objekt rekonstruieren konnte, indem sie Pulse aussendete und Wände als Reflektionsflächen nutzte. Die neuesten Entwicklungen führen nun zurück zum renommierten Institut, diesmal dank der Arbeit des CSAIL (Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory). Dessen neueste Kreation verlässt sich jedoch nicht auf Laser, sondern auf etwas viel Subtileres.

So funktioniert CornerCameras

Der offizielle Name des Systems lautet CornerCameras. Es kombiniert die Aufzeichnung von Kameras mit einem robusten Algorithmus. Angenommen, du näherst dich einer Ecke, die ein paar Objekte verdeckt, die du nicht sehen kannst. Diese Objekte reflektieren eine winzige Menge Licht auf den Boden in deiner Sichtlinie und erzeugen so einen schwachen Halbschatten. Aus einem Video dieses Halbschattens erstellt CornerCameras eine Komposition aus eindimensionalen Bildern, die Daten über die verborgenen Objekte preisgibt. Bewegen sich die Objekte, hilft das System, Details wie Position, relative Geschwindigkeit und den Zeitpunkt zu ermitteln, an dem ein Objekt das andere passiert.

Herausforderungen und nächste Schritte

Es versteht sich von selbst, dass CornerCameras vor Dutzenden von Herausforderungen steht: Völlige Dunkelheit, abrupte Beleuchtungswechsel und sogar Regen bereiten Schwierigkeiten. Künftige Studien sollen für jeden Fall spezifische Lösungen entwickeln. Die ersten Bewertungen werden mit einem Rollstuhl durchgeführt. Falls das Ergebnis positiv ausfällt, ist geplant, das System auf andere Fahrzeuge zu übertragen.

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