Die Geschichte zeigt, dass Nokia 1996 mit dem 9000i den ersten Communicator vorstellte. Das Update ließ zwei Jahre auf sich warten, aber der sogenannte „Nokia 9110 Communicator“ bot dem Publikum nicht nur ein leichteres Design, sondern wagte auch den Sprung von einem 386- auf einen 486-Prozessor – Intel wurde dabei durch AMD ersetzt. Heute treffen wir Janus vom Kanal Janus Cycle, der beschlossen hat, ein solches Telefon zu reparieren.
Ein kleines Detail aus der Filmwelt zeigt, dass die ersten Nokia-„Smartphones“ auf der großen Leinwand im Film „The Saint“ aus dem Jahr 1997 auftauchten. In dieser Geschichte übernimmt Val Kilmer die Rolle von Simon Templar, um die Pläne eines russischen Oligarchen und seines Sohnes zu durchkreuzen. Das Nokia 9000 Communicator (oder 9000i) gehört zu seiner ausgefeilten Ausrüstung.
Nur ein Jahr nach dem Film beschloss Nokia, ein Upgrade für den 9000i herauszubringen – den Nokia 9110 Communicator. Die wichtigsten Änderungen betrafen die Gewichtsreduzierung (von fast 400 Gramm auf 253) und den Wechsel des x86-Prozessors. Genau so: Der 9110 wechselte von einem Intel 386EX zu einem AMD Élan SC450 aus der Am486-Familie, mit einer Taktfrequenz von 33 MHz. Janus vom Kanal Janus Cycle konnte eines dieser Telefone ergattern, um es zu reparieren.
Ein Blick auf das Nokia 9110 Communicator von 1998
... aber Technik kann launisch sein, besonders wenn sie 25 Jahre auf dem Buckel hat. Das erste 9110 wies mehrere Fehler auf, die einen ordnungsgemäßen Start verhinderten. Janus setzte auf einen Reflow-Prozess, um die Zinnverbindungen unter den Chips wiederherzustellen. Leider reagierte das Telefon nicht positiv auf die „Behandlung“, und alle bisherigen Lebenszeichen verschwanden vollständig.
Janus bekam seine Chance, als er ein zweites, voll funktionsfähiges 9110 Communicator fand. Das Telefon startete bis zur grafischen Oberfläche und zeigte das Betriebssystem PEN/GEOS 3.0. Falls der Name bekannt vorkommt, liegt das an der engen Verbindung zu mit GeoWorks und Berkeley Softworks.
Mit einem LCD-Bildschirm mit 640x200 Pixeln in 16 Graustufen und integrierter Hintergrundbeleuchtung zielte das 9110 Communicator klar auf eine produktive Umgebung ab. Das wird durch einen MMC-Kartenleser (nicht SD) unterstützt, der die Übertragung und Installation von Software vereinfacht (sofern die Karte kompatibel ist). Das Beeindruckendste ist, dass der 9110 ein sehr hackbares Profil hat: Der Zugang zum DOS-Modus ist mit einem Zusatzprogramm relativ einfach, und Janus schafft es sogar, Videos abzuspielen – wenn man es überhaupt so nennen kann.