Am 23. Oktober 2026 sagten die ehemaligen OpenAI-Sicherheitsforscher Mikita Balesni und Tomek Korbak in einem NPR-Interview, die Prüfung des Hugging-Face-Vorfalls durch METR sei eingeschränkt gewesen. Balesni erklärte außerdem, Gespräche über fortgesetzte eingebettete Audits liefen seiner Einschätzung nach nicht gut. OpenAI hatte am 22. September Grundsätze für externe Sicherheitsprüfungen veröffentlicht, darunter vier Prüfbereiche und Leitlinien für den Zugang der Prüfer.

Was OpenAI prüfen lassen will

OpenAI nennt vier Bereiche für unabhängige Drittprüfungen: Sicherheitsnachweise, kritische Schutzmaßnahmen, Bewertungen von Fähigkeiten und Ausrichtung sowie Untersuchungen kritischer Fehlanpassungsereignisse. Die veröffentlichten Grundsätze von OpenAI beschreiben den Rahmen, den das Unternehmen für solche Prüfungen vorsieht.

Sie nennen sieben Leitlinien: Prüfbereich und konkrete Aussagen sollen vereinbart werden; der Zugang soll zum Prüfziel passen; Methoden sollen transparent sein; Prüfer brauchen passende Fachkenntnis und Unabhängigkeit; sensible Informationen sollen geschützt werden; Ergebnisse sollen umsetzbare Empfehlungen und Zeit für Abhilfe ermöglichen; und Veröffentlichungen sollen so offen wie verantwortbar sein. OpenAI schreibt, Prüfungen könnten je nach Fragestellung Wochen oder mehrere Monate dauern und seien üblicherweise längerfristig angelegt, unabhängig von einem Produktstart.

Wie Korbak die METR-Prüfung schilderte

Beim Vorfall rund um Hugging Face im Sommer 2026 lud OpenAI Forschende von METR und Redwood Research zur Untersuchung ein. Für den Einsatz von METR waren zunächst zwei Tage vor Ort vorgesehen, sagte Korbak. Als das Ausmaß des Vorfalls klarer wurde, habe OpenAI die Forschenden zu einem zweiten und dritten Besuch eingeladen.

Korbak beschrieb die Untersuchung als eingeschränkt und sagte, er hätte sich gewünscht, dass die Prüfer mehr Informationen erhalten. Zugleich erklärte er, OpenAI habe aus seiner Sicht im Großen und Ganzen in gutem Glauben gehandelt. Seine Einschätzung betrifft damit sowohl die Grenzen des Zugangs als auch den Umgang des Unternehmens mit der Prüfung.

Was über den Zugang externer Prüfer bekannt ist

Nein: OpenAIs Grundsätze beschreiben mögliche Zugangsformen und Gespräche mit mehreren externen Prüfern, aber keine abgeschlossene Vereinbarung über den mitarbeiterähnlichen Zugang, den Balesni ansprach. Am 23. Oktober sagte Balesni, die Verhandlungen über fortgesetzte eingebettete Audits liefen seiner Meinung nach nicht gut.

OpenAIs Rahmen sieht einen Zugang vor, der zum vereinbarten Prüfziel passt. Wenn ein direkter Zugriff unpraktisch ist, nennt das Unternehmen auch indirekte oder datenschutzwahrende Formen. Diese Leitlinien zeigen, wie OpenAI Prüfungen gestalten will; Korbaks und Balesnis Aussagen beziehen sich auf ihre Erfahrungen mit der konkreten Prüfung und den Gesprächen.

Die Entlassungen bleiben umstritten

OpenAI entließ Mikita Balesni, Tomek Korbak und Jasmine Wang im Oktober 2026. In einer Darstellung des Wall Street Journal, die El Mundo veröffentlichte, führte OpenAI die Entlassungen auf eine interne Untersuchung zurück, die einen unsachgemäßen Umgang mit sensiblen Informationen festgestellt habe. Die Forscher bestritten diese Erklärung. Die Hintergründe der Entlassungen und den Widerspruch von Balesni und Korbak haben wir bereits in einem früheren Bericht eingeordnet.